Super-Zahl (Super 100s bis 200s)
Auch: Super 100s · Super 120s · Super 150s · Super-S-Bezeichnung
Die Super-Zahl auf einem Anzugstoff, etwa «Super 120s», gibt die maximale durchschnittliche Faserfeinheit der verwendeten Wolle an. Je höher die Zahl, desto feiner die Wolle: Super 100s entspricht höchstens 18,75 Mikrometern, Super 150s höchstens 16,25 Mikrometern. Über Haltbarkeit und Qualität des Stoffs sagt die Zahl allein wenig aus.

Was die Zahl bedeutet
Die Bezeichnung ist im Regelwerk der International Wool Textile Organisation (IWTO) festgelegt. Jede Stufe entspricht einem maximalen mittleren Faserdurchmesser, die Abstände betragen jeweils 0,5 Mikrometer.
Super 100s steht für höchstens 18,75 µm, Super 110s für 18,25 µm, Super 120s für 17,75 µm, Super 130s für 17,25 µm, Super 140s für 16,75 µm und Super 150s für 16,25 µm. Weiter oben folgen Super 160s mit 15,75 µm, Super 180s mit 14,75 µm und Super 200s mit 13,75 µm. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist rund 50 bis 100 µm dick. Die Angabe bezieht sich ausschliesslich auf die Wolle im Stoff.
Herkunft der Bezeichnung
Ursprünglich stammt die Zahl aus dem Bradford-System der englischen Wollindustrie. Sie gab an, wie viele Strangen zu je 560 Yards sich aus einem Pfund gekämmter Wolle spinnen liessen. Feinere Wolle ergab mehr Strangen und damit eine höhere Zahl.
Später wurde daraus eine reine Feinheitsklasse, und das Wort «Super» kam als Kennzeichnung für besonders feine Qualitäten hinzu. Weil sich Webereien mit immer höheren Zahlen überboten, legte die IWTO die Definition verbindlich in Mikrometern fest. Bei vielen hochwertigen Stoffen ist die Super-Zahl heute in die Webkante eingewoben, oft zusammen mit dem Namen der Weberei.
Höher ist nicht automatisch besser
Eine höhere Super-Zahl bedeutet einen weicheren, glatteren Griff und oft einen edleren Glanz. Gleichzeitig werden die Fasern empfindlicher. Feinere Wolle ergibt dünnere Garne, die an Ellbogen, Gesäss und Taschen schneller verschleissen, leichter knittern und sich langsamer erholen.
Ein Stoff mit Super 180s ist deshalb kein besserer Alltagsanzug als einer mit Super 120s, sondern ein anderer. Ebenso wichtig sind Garnkonstruktion, Bindung, Dichte und Gewicht. Ein zweifach gezwirntes Super-130s-Kammgarn in Twill kann robuster sein als ein einfädiges Super 110s in offener Tuchbindung. Die Zahl ist also eine von mehreren Angaben, nicht das Gütesiegel des Stoffs.
Welche Zahl für welchen Zweck?
Als Faustregel haben sich für Anzüge, die mehrmals pro Woche getragen werden, Super 100s bis 130s bewährt. Sie verbinden einen angenehmen Griff mit ausreichender Strapazierfähigkeit. Super 140s bis 160s eignen sich für Anzüge, die ein- bis zweimal pro Woche oder zu besonderen Terminen getragen werden. Super 170s und darüber sind Stoffe für Anlässe, Hochzeiten und Abende, an denen der Anzug geschont wird.
Bei The Sartorialist stehen Stoffe in unterschiedlichen Feinheiten von Webereien wie Loro Piana, Holland & Sherry und Zegna zur Wahl. Der Stoff bestimmt dabei wesentlich, wo der Preis eines Massanzugs zwischen CHF 1’690 und typischerweise rund CHF 2’500 liegt.
Häufige Fragen zu «Super-Zahl (Super 100s bis 200s)»
Was bedeutet Super 120s?
Super 120s heisst, dass die Wolle im Stoff einen mittleren Faserdurchmesser von höchstens 17,75 Mikrometern hat. Das ist eine feine Merinowolle, die sich gut für Business-Anzüge eignet. Über Gewicht und Bindung sagt die Zahl nichts aus.
Ist Super 150s besser als Super 120s?
Super 150s ist feiner und weicher, aber nicht automatisch besser. Für häufig getragene Anzüge ist Super 120s meist strapazierfähiger. Super 150s lohnt sich für Anzüge, die seltener getragen und geschont werden.
Wo finde ich die Super-Zahl auf dem Stoff?
Bei vielen hochwertigen Stoffen ist sie auf der Webkante eingewoben, oft zusammen mit dem Namen der Weberei. In Stoffbüchern steht sie zudem neben Gewicht und Zusammensetzung. Fragen Sie in der Beratung danach, wenn sie nicht sichtbar ist.






