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Glossar · Sakko

Kissing Buttons

Auch: Küssende Knöpfe · Bottoni a bacio · Stacked Buttons

Kissing Buttons sind Ärmelknöpfe an einem Sakko, die so dicht nebeneinander angenäht werden, dass sich ihre Ränder berühren oder leicht überlappen, als würden sie sich «küssen». Das Detail stammt aus der neapolitanischen Schneiderei und gilt als subtiles Zeichen sorgfältiger Handarbeit.

Zeichnung eines Sakkoärmels mit vier eng gesetzten Knöpfen, die sich gegenseitig berühren

Wie Kissing Buttons aussehen

An einem gewöhnlichen Sakkoärmel sitzen die Knöpfe mit einem kleinen Abstand von wenigen Millimetern nebeneinander. Bei Kissing Buttons verschwindet dieser Abstand: Die Knöpfe stossen Kante an Kante aneinander. Bei der stärkeren Variante, auch Stacked oder überlappend genannt, liegt jeder Knopf leicht über dem nächsten, wie Dachziegel.

Üblich sind vier Knöpfe am Ärmel, seltener drei oder fünf. Die Ärmelknöpfe sind kleiner als die Frontknöpfe, meist rund 15 mm Durchmesser gegenüber rund 20 mm an der Front. Damit die Knöpfe sich berühren können, müssen auch die Knopflöcher sehr eng beieinander liegen, was bei offenen Knopflöchern Präzision verlangt.

Herkunft

Die sich berührenden Knöpfe werden vor allem mit Neapel in Verbindung gebracht, wo sie zum festen Repertoire der Schneider gehören, zusammen mit Hemdschulter, Barchetta-Brusttasche und sichtbaren Handstichen. Eine eindeutig belegte Entstehungsgeschichte gibt es nicht; das Detail ist eher eine handwerkliche Gewohnheit als eine Erfindung.

Auch in der Mailänder und Florentiner Schneiderei sind Kissing Buttons verbreitet, in der englischen Tradition dagegen seltener, dort sitzen die Knöpfe meist mit Abstand. Heute übernehmen auch einige Konfektionsmarken das Detail. An einem Massanzug, bei dem die Knöpfe zudem durchgeknöpft werden können, bleibt es jedoch ein Zeichen von Sorgfalt.

Kissing Buttons und Funktionsknopflöcher

Kissing Buttons wirken besonders schön in Kombination mit Funktionsknopflöchern, also offenen Knopflöchern am Ärmel. Dann muss jedes Knopfloch exakt so gesetzt werden, dass die Knöpfe nach dem Zuknöpfen genau aneinanderliegen. Schon ein Millimeter Abweichung fällt auf.

Gleichzeitig verlangen offene, eng gesetzte Knopflöcher eine sichere Hand beim Einschneiden. Weil sie nachträglich praktisch nicht mehr verschoben werden können, gilt: Die Ärmellänge muss vorher feststehen. Bei geschlossenen, nur gestickten Knopflöchern ist mehr Spielraum vorhanden, und der Ärmel kann später noch angepasst werden, sofern genug Stoff im Saum vorhanden ist.

Knopfmaterial und Stil

Die Wirkung hängt stark vom Knopf ab. Echte Hornknöpfe oder Steinnussknöpfe mit leicht unregelmässiger Maserung betonen den handwerklichen Charakter. Perlmuttknöpfe an einem hellen Sommersakko wirken edel, Metallknöpfe an einem Blazer eher maritim.

Stilistisch passen Kissing Buttons am besten zu Sakkos mit italienischem Charakter: weiche Schulter, aufgesetzte Taschen, Leinen, Flanell. Am klassischen Business-Anzug sind sie unauffällig und gut tragbar. An einem streng englischen Anzug mit Rollino-Schulter und Ticket-Tasche wirken sie etwas stilfremd, sind aber nicht falsch. Am Smoking sind sie unüblich, dort werden die Ärmelknöpfe mit Seide bezogen und meist mit Abstand gesetzt.

Kissing Buttons beim Massanzug

Im Konfigurator «Styles & Options» von The Sartorialist legen Sie die Anordnung der Ärmelknöpfe fest: «Kissing Buttons (überlappend)» oder «Nebeneinander». Separat wählen Sie die Anzahl der Knöpfe am Ärmel: keine, drei, vier oder fünf.

Bei der Entscheidung hilft ein Blick auf das Gesamtbild: Kissing Buttons verstärken eine italienische Linie, Knöpfe mit Abstand bleiben neutral. Wer das Sakko häufig zu verschiedenen Anlässen trägt, liegt mit vier sich berührenden Knöpfen in Horn richtig, weil dieses Detail in fast jedem Kontext funktioniert und Kennern die Handarbeit zeigt, ohne laut zu sein.

Häufige Fragen zu «Kissing Buttons»

Warum heissen sie «Kissing Buttons»?

Weil sich die Knöpfe am Ärmel berühren, als würden sie sich küssen. Der Begriff ist englisch, das Detail stammt aus der italienischen, vor allem neapolitanischen Schneiderei.

Wie viele Kissing Buttons gehören an den Ärmel?

Üblich sind vier Knöpfe. Drei wirken etwas sportlicher, fünf sind selten und betonen das Detail stärker.

Kann man Kissing Buttons nachträglich anbringen?

Bei geschlossenen, nur gestickten Knopflöchern lassen sich die Knöpfe enger setzen. Sind die Knopflöcher bereits offen, ist eine Änderung kaum möglich, weil die Schnitte im Stoff bestehen bleiben.

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