Sakko
Auch: Jackett · Jacket · Giacca · Veston
Ein Sakko ist eine taillierte Herrenjacke mit Revers, die einzeln, also ohne passende Hose aus demselben Stoff, getragen wird. Es unterscheidet sich von der Anzugjacke dadurch, dass Stoff und Muster bewusst zur Kombination gedacht sind. In der Schweiz wird das Wort oft auch für jede Anzugjacke verwendet.

Herkunft und Begriff
Das Wort Sakko stammt vom italianisierten «sacco», das wiederum auf das französische «sac» für Sack zurückgeht. Im 19. Jahrhundert bezeichnete man damit eine gerade geschnittene, bequeme Jacke ohne Taillennaht, im Gegensatz zum eng geschnittenen Gehrock. Aus dieser lockeren Freizeitjacke entwickelte sich im 20. Jahrhundert die heutige Anzugjacke.
Im deutschsprachigen Raum wird «Sakko» heute auf zwei Arten gebraucht. Im engeren Sinn ist es die Kombinationsjacke, die mit einer andersfarbigen Hose getragen wird, englisch «sports jacket» oder «sport coat». Im weiteren Sinn, besonders in der Schweiz, nennt man jede Anzugjacke Sakko. In Teilen der Schweiz hört man dafür auch «Veston».
Sakko, Anzugjacke und Blazer
Eine Anzugjacke ist Teil eines Ensembles und besteht aus demselben Stoff wie die Hose, meist aus glattem Kammgarn. Ein Sakko im engeren Sinn ist dagegen für die Kombination gemacht: Es besteht häufig aus strukturierten Stoffen wie Tweed, Flanell, Hopsack, Leinen oder Seidenmischungen, oft mit Muster wie Glencheck, Fischgrat oder Fenstercheck.
Der Blazer ist eine Sonderform des Sakkos, klassisch in Marineblau mit Metallknöpfen. Eine weitere Regel: Eine Anzugjacke solo zu tragen gelingt nur bedingt, weil glatter Anzugstoff zu einer anderen Hose schnell wie ein unvollständiger Anzug wirkt. Ein Sakko ist dafür gemacht und wirkt mit Chino, Flanellhose oder Jeans stimmig.
Wie ein Sakko richtig sitzt
Die Schulternaht endet am äusseren Rand des Schulterknochens. Der Kragen liegt ohne Abstand am Hemdkragen und lässt hinten etwa 1 bis 1,5 cm Hemdkragen sichtbar. Geschlossen sitzt der Knopf ohne X-förmige Zugfalten auf Höhe der natürlichen Taille, knapp über dem Bauchnabel.
Die Länge bedeckt traditionell das Gesäss, heutige Schnitte enden oft etwas kürzer. Eine Faustregel: Mit hängenden Armen erreicht der Saum etwa die Mitte der Hand. Die Ärmel lassen 1 bis 1,5 cm Hemdmanschette frei. Kombinationssakkos werden oft etwas weicher konstruiert als Business-Anzüge, mit leichterer Einlage, natürlicher Schulter und aufgesetzten Taschen.
Kombinieren
Die Grundregel lautet Kontrast in Farbe oder Textur. Ein mittelbraunes Tweed-Sakko harmoniert mit einer grauen Flanellhose, ein marineblaues Hopsack-Sakko mit beiger Baumwollhose. Je strukturierter das Sakko, desto lässiger darf das Hemd sein: Oxford-Hemd, Strickpolo oder ein feiner Rollkragen.
Im Sommer sind Sakkos aus Leinen, Seide-Leinen-Mischungen oder offenem Wollgewebe angenehm, oft halb oder gar nicht gefüttert. Im Winter wirken Shetland-Tweed oder Kaschmir-Mischungen wärmer und reichhaltiger. Ein gut gewähltes Sakko ist das vielseitigste Teil im Kleiderschrank, weil es zwischen Anzug und Freizeit vermittelt. Für die Kombination mit Strick bietet sich ein feiner Pullover von Gran Sasso an.
Häufige Fragen zu «Sakko»
Was ist der Unterschied zwischen Sakko und Jackett?
Im heutigen Sprachgebrauch keiner, beide Wörter bezeichnen dieselbe Herrenjacke mit Revers. «Jackett» ist in Deutschland verbreiteter, in der Schweiz sagt man häufiger Sakko oder Veston.
Kann ich meine Anzugjacke als Sakko tragen?
Bei strukturierten Anzugstoffen wie Flanell oder Leinen funktioniert das gut. Glatte, glänzende Kammgarne wirken zu anderen Hosen dagegen oft wie ein unvollständiger Anzug.
Wie lang sollte ein Sakko sein?
Klassisch bedeckt es das Gesäss. Eine Faustregel: Mit hängenden Armen endet der Saum etwa auf Höhe der Mitte der Hand oder der Daumenwurzel.






