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Glossar · Sakko

Revers

Auch: Lapel · Aufschlag · Rever

Das Revers ist der nach aussen umgeschlagene Teil des Vorderteils eines Sakkos oder Mantels, der vom Kragen bis zum obersten geschlossenen Knopf reicht. Die drei Grundformen sind das fallende Revers, das steigende Revers und der Schalkragen. Form und Breite des Reverses prägen den Charakter eines Sakkos stärker als fast jedes andere Detail.

Mann in rostbraunem Zweireiher mit breitem steigendem Revers, dunklem Rollkragen und weissem Einstecktuch

Die drei Grundformen

Das fallende Revers, englisch «notch lapel», hat eine dreieckige Einkerbung zwischen Kragen und Revers. Es ist die Standardform beim Einreiher und für Business, Alltag und Kombinationssakkos geeignet.

Das steigende Revers, englisch «peak lapel», hat Spitzen, die schräg nach oben Richtung Schulter zeigen. Es wirkt formeller und markanter und ist beim Zweireiher und beim Smoking üblich, kommt aber auch am Einreiher vor.

Der Schalkragen hat keine Einkerbung, sondern verläuft in einer durchgehenden, gerundeten Linie vom Nacken bis zum Knopf. Er ist vor allem beim Smoking und bei Dinner-Jackets zu finden und wird oft mit Seide oder Satin belegt.

Die richtige Reversbreite

Die Breite wird an der breitesten Stelle gemessen, meist kurz unterhalb der Einkerbung. Klassische Werte liegen zwischen 8 und 9,5 cm. Schmale Revers mit 5 bis 6 cm wirken modisch, aber schnell datiert, sehr breite Revers ab 11 cm erinnern an die 1970er-Jahre.

Eine bewährte Faustregel orientiert sich an der Schulter: Das Revers sollte etwa bis zur Hälfte der Strecke zwischen Hemdkragen und Schulternaht reichen. Breite Schultern vertragen ein breiteres Revers, schmale Schultern ein schmaleres. Wichtig ist ausserdem das Zusammenspiel mit Krawatte und Hemdkragen: Alle drei sollten ungefähr ähnliche Breiten haben, damit nichts zu wuchtig oder verloren wirkt.

Gorge, Rollung und Knopfloch

Die Gorge ist die Naht, an der Kragen und Revers aufeinandertreffen. Ihre Höhe verändert die Wirkung stark: Eine hohe Gorge, typisch für italienische Schnitte, verlängert das Revers optisch und lässt den Oberkörper schlanker wirken. Eine tiefe Gorge wirkt traditioneller und kräftiger.

Die Rollung beschreibt, wie das Revers vom obersten Knopf zum Kragen umschlägt. Bei Full-Canvas-Sakkos bildet es eine weiche, dreidimensionale Kurve statt einer flachen, scharfen Bügelkante. Im linken Revers sitzt meist ein Knopfloch, das ursprünglich zum Schliessen des Kragens diente und heute für eine Blume oder Anstecknadel genutzt wird. In Mailand ist dafür das Milanese-Knopfloch beliebt.

Revers beim Massanzug wählen

Beim Massanzug werden Form, Breite und Gorge-Höhe individuell festgelegt. Für einen ersten Business-Anzug ist ein fallendes Revers in 8 bis 8,5 cm am vielseitigsten. Wer einen Zweireiher oder einen Anzug für festliche Anlässe plant, wählt meist ein steigendes Revers in 9 bis 10 cm. Beim Smoking stehen steigendes Revers und Schalkragen zur Auswahl, belegt mit Satin oder Grosgrain.

Im Konfigurator «Styles & Options» von The Sartorialist sind fallendes, steigendes und Schalrevers jeweils in mehreren Breiten illustriert. So können Sie die Proportionen vor dem Termin vergleichen und mit Ihrer Statur abgleichen.

Häufige Fragen zu «Revers»

Wie breit sollte ein Revers sein?

Klassisch zwischen 8 und 9,5 cm. Als Faustregel reicht das Revers etwa bis zur Hälfte zwischen Hemdkragen und Schulternaht. Breite Schultern vertragen ein breiteres Revers.

Was ist der Unterschied zwischen fallendem und steigendem Revers?

Das fallende Revers hat eine Einkerbung zum Kragen, deren Spitze nach unten oder waagerecht zeigt. Beim steigenden Revers zeigen die Spitzen nach oben zur Schulter, was formeller wirkt.

Wofür ist das Knopfloch am Revers?

Historisch zum Schliessen des Kragens bei Wind und Kälte. Heute dient es als Halterung für eine Blume, etwa bei der Hochzeit, oder für eine Anstecknadel.

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