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Glossar · Sakko

Steigendes Revers

Auch: Spitzrevers · Peak Lapel · Revers a lancia

Ein steigendes Revers (Spitzrevers, englisch Peak Lapel) ist ein Sakkorevers, dessen untere Spitze schräg nach oben zur Schulter zeigt und über den Kragen hinausragt. Es ist das Standardrevers am Zweireiher, am Smoking und am Frack und wirkt formeller und markanter als das fallende Revers.

Zeichnung eines Einreiher-Sakkos mit steigendem Revers in regulärer Breite, die Reversspitzen zeigen nach oben zur Schulter

Form und Aufbau

Das Revers besteht aus zwei Teilen: dem Kragen oben und dem umgeschlagenen Vorderteil darunter. Beim steigenden Revers endet das Vorderteil nicht in einer Kerbe, sondern läuft in eine Spitze aus, die nach oben und aussen zeigt. Zwischen Kragen und Spitze bleibt nur ein schmaler Spalt.

Wie steil die Spitze steigt und wie weit sie über die Kragenlinie hinausragt, ist Geschmackssache und Handschrift des Schneiders. Englische Schnitte zeigen oft eine kräftige, fast waagrechte Spitze, italienische eine schlankere, die näher an der Kragennaht bleibt. Die Breite liegt bei klassischen Proportionen zwischen 8 und 10 cm an der breitesten Stelle; ab etwa 11 cm spricht man von einem breiten Revers, unter 7 cm von einem schmalen.

Herkunft

Das steigende Revers stammt vom Gehrock und vom Frack des 19. Jahrhunderts, also von Kleidungsstücken für den Abend und für offizielle Anlässe. Daher gilt es bis heute als die formellere der beiden Grundformen. Als der Zweireiher in den 1920er- und 1930er-Jahren populär wurde, übernahm er das Spitzrevers, weil die überlappende Front nach einer kräftigen, nach oben geführten Linie verlangt.

Am Einreiher war das steigende Revers lange eine Ausnahme. In den 1930er-Jahren tauchte es in der Londoner Savile Row auf, später wurde es zum Kennzeichen von Abendanzügen und Smokings mit einem Knopf. Heute ist es am Einreiher eine bewusste Stilentscheidung, die Selbstbewusstsein signalisiert, ohne verkleidet zu wirken.

Wirkung auf die Silhouette

Die nach oben gerichtete Spitze führt das Auge zur Schulter. Dadurch wirkt der Oberkörper breiter und die Taille schmaler, es entsteht die V-Form, die man mit einem gut geschnittenen Sakko verbindet. Männer mit schmalen Schultern oder einer eher kleinen Statur profitieren besonders davon, weil das Revers optisch Länge und Breite gibt.

Umgekehrt kann ein sehr breites Spitzrevers an einem zierlichen Körper schnell dominieren. Entscheidend ist das Verhältnis: Die Reversbreite sollte zur Schulterbreite passen und mit Krawattenbreite und Hemdkragen harmonieren. Wer ein 9 cm breites Revers wählt, trägt dazu idealerweise eine Krawatte von etwa 8 bis 9 cm Breite und einen Kragen mit mittlerer Spreizung.

Wann tragen?

Am Zweireiher ist das steigende Revers praktisch Pflicht, ein fallendes Revers an einer überlappenden Front gilt als Stilbruch. Am Smoking ist es neben dem Schalkragen eine der beiden klassischen Optionen und wird dort meist mit Seide belegt.

Am Einreiher eignet es sich für Business-Anzüge in dunklen Uni-Stoffen, für Hochzeiten und Abendveranstaltungen. Für ein sportliches Sakko aus Tweed, Leinen oder Baumwolle ist es dagegen meist zu formell; dort passt das fallende Revers besser. Wer nur einen einzigen Anzug besitzt, der sowohl im Büro als auch an Feiern funktionieren soll, wählt ein Spitzrevers in moderater Breite: Es wirkt festlich, aber nicht übertrieben.

Das steigende Revers beim Massanzug

Beim Massanzug lassen sich Form, Breite und Höhe des Reverskreuzes, also der Punkt, an dem Kragen und Revers aufeinandertreffen, genau festlegen. Ein höher angesetztes Kreuz streckt den Oberkörper, ein tieferes wirkt entspannter. Im Online-Konfigurator «Styles & Options» von The Sartorialist stehen am Einreiher und am Zweireiher je drei Breiten des steigenden Revers zur Auswahl: schmal, regulär und breit.

Weil alle Anzüge mit Full Canvas gefertigt werden, rollt das Revers in einem weichen Bogen statt flach gebügelt zu liegen. Gerade die Spitze profitiert davon: Sie bleibt in Form und klappt auch nach Jahren nicht nach vorne um.

Häufige Fragen zu «Steigendes Revers»

Was ist der Unterschied zwischen steigendem und fallendem Revers?

Beim fallenden Revers trifft das Revers mit einer Kerbe auf den Kragen, die Spitze zeigt waagrecht oder leicht nach unten. Beim steigenden Revers zeigt die Spitze nach oben zur Schulter und ragt über den Kragen hinaus. Das steigende Revers gilt als formeller.

Kann man ein steigendes Revers im Büro tragen?

Ja. An einem Einreiher in Marine, Anthrazit oder Grau ist das Spitzrevers im Geschäftsalltag völlig angemessen. Es wirkt etwas selbstbewusster als das fallende Revers, aber nicht unpassend.

Wie breit sollte ein Spitzrevers sein?

Ein zeitloses Mass liegt bei 8 bis 10 cm an der breitesten Stelle. Breitere Revers ab etwa 11 cm passen zu kräftigen Schultern und Zweireihern, schmale unter 7 cm wirken modisch und datieren schneller.

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