Fallendes Revers
Auch: Notch Lapel · Stufenrevers · Kerbrevers
Das fallende Revers, englisch «notch lapel», ist die häufigste Reversform am Sakko. Kragen und Revers treffen in einer dreieckigen Einkerbung aufeinander, deren untere Kante waagerecht oder leicht abfallend verläuft. Es gilt als vielseitigste Form und passt zu Business-Anzügen, Kombinationssakkos und den meisten Anlässen.

Form und Erkennungsmerkmale
Beim fallenden Revers wird der Kragen an der Gorge-Naht auf das Revers gesetzt. Dort, wo beide enden, entsteht eine Kerbe, die je nach Schnitt einen Winkel von etwa 75 bis 90 Grad hat. Die obere Kante des Reverses zeigt waagerecht oder leicht nach unten, nie nach oben Richtung Schulter. Daher kommt die Bezeichnung «fallend».
Varianten unterscheiden sich in der Tiefe der Kerbe und ihrem Winkel. Eine kleine, spitze Kerbe wirkt zurückhaltend und modern, eine grössere, offenere Kerbe eher klassisch englisch. Ein Sonderfall ist das sogenannte Fischmaul, bei dem die Kerbe abgerundet ist. Es wurde in den 1960er-Jahren populär und ist heute selten.
Wann ein fallendes Revers passt
Das fallende Revers ist die Standardwahl für den Einreiher. Es eignet sich für Business-Anzüge in Grau oder Blau, für Kombinationssakkos aus Tweed oder Leinen und für Hochzeitsanzüge, wenn eher zurückhaltende Eleganz gewünscht ist. Wer nur einen Anzug für viele Situationen besitzt, liegt mit dieser Form richtig.
Weniger passend ist es beim Zweireiher und beim Smoking. Beim Zweireiher wirkt ein fallendes Revers ungewohnt, weil die Spitzen des steigenden Reverses die breite Brustpartie optisch abschliessen. Beim Smoking gilt das fallende Revers traditionell als zu alltäglich. Für Black Tie sind steigendes Revers oder Schalkragen die etablierten Formen.
Breite und Proportionen
Die gebräuchlichste Breite beim fallenden Revers liegt bei 8 bis 9 cm. Das ist breit genug, um zur Schulter zu passen, und schmal genug, um zeitlos zu bleiben. Bei sehr schlanken Männern kann ein Revers von 7 bis 7,5 cm stimmiger wirken, bei breiter Statur bis 9,5 cm.
Die Gorge-Höhe beeinflusst die Wirkung: Sitzt die Kerbe hoch, etwa auf Höhe des Schlüsselbeins, verlängert das Revers die Vertikale und streckt den Oberkörper. Eine tiefere Kerbe wirkt gesetzter. Achten Sie auch auf die Krawatte: Zu einem 8-cm-Revers passt eine Krawatte von etwa 7,5 bis 8 cm an der breitesten Stelle.
Fallendes Revers im Konfigurator
Im Konfigurator «Styles & Options» von The Sartorialist ist das fallende Revers für den Einreiher in drei Breiten dargestellt: schmal, regulär und breit. Die reguläre Breite ist der vielseitige Ausgangspunkt, schmal passt zu sehr schlanken Figuren und modernen, kürzeren Sakkos, breit zu kräftigen Schultern und Kombinationssakkos aus schweren Stoffen.
Zusätzlich können Details wie ein handgenähtes oder Milanese-Knopfloch im Revers und eine Pick-Stitch-Steppung entlang der Kante gewählt werden. Die Steppung betont die Linie des Reverses und gibt besonders strukturierten Stoffen eine handwerkliche Note. Bei glatten Business-Kammgarnen wirkt ein Revers ohne sichtbare Steppung ruhiger.
Häufige Fragen zu «Fallendes Revers»
Ist ein fallendes Revers formell genug für eine Hochzeit?
Ja, für Gäste und auch für den Bräutigam bei einer klassischen Tageshochzeit. Wer es festlicher möchte, wählt ein steigendes Revers.
Kann ein Smoking ein fallendes Revers haben?
Es kommt vor, gilt aber traditionell als weniger korrekt. Für den Smoking sind steigendes Revers und Schalkragen die etablierten Formen.
Was heisst Notch Lapel auf Deutsch?
Notch Lapel bedeutet fallendes Revers, wörtlich «Kerb-Revers». Gemeint ist die dreieckige Einkerbung zwischen Kragen und Revers.






