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Glossar · Sakko

Pick-Stitch

Auch: AMF-Naht · Handsteppnaht · Punto a mano · Kantensteppung

Ein Pick-Stitch ist eine feine Steppnaht aus kleinen, punktförmigen Stichen, die wenige Millimeter neben der Kante von Revers, Kragen, Front und Taschen verläuft. Sie fixiert die Stofflagen, damit die Kanten flach bleiben, und gilt zugleich als sichtbares Zeichen von Handarbeit.

Zeichnung eines Sakkos mit feiner Pick-Stitch-Steppung 2 mm neben der Kante an Revers und Front

Was der Pick-Stitch macht

Die Kanten eines Sakkos bestehen aus mehreren Lagen: Oberstoff, Beleg, Einlage. Ohne zusätzliche Fixierung können sich diese Lagen gegeneinander verschieben, die Kante rollt nach aussen, und der Beleg wird sichtbar. Der Pick-Stitch hält die Lagen mit kleinen Stichen zusammen, ohne die Kante steif zu machen.

Auf der Oberfläche ist nur ein kleiner Punkt pro Stich zu sehen, die Fadenstrecken liegen im Inneren. Die Stiche sitzen in regelmässigen Abständen von rund 4 bis 6 mm. Dadurch entsteht eine dezente Punktlinie, die man aus der Nähe erkennt und die das Licht leicht anders bricht als der umgebende Stoff.

Hand oder Maschine

Ursprünglich wurde der Pick-Stitch ausschliesslich von Hand gesetzt. Jeder Stich wird einzeln gestochen, wodurch kleine Unregelmässigkeiten entstehen, die den Charakter des Details ausmachen. Seit den 1950er-Jahren gibt es Spezialmaschinen, die einen Handstich imitieren. Der englische Begriff AMF-Stitch geht auf den Hersteller einer solchen Maschine zurück.

Maschinell gesetzte Pick-Stitches sind sehr gleichmässig und schneller herzustellen, wirken aber etwas technischer. Bei echtem Handstich liegen die Punkte nicht absolut identisch, und die Naht ist minimal plastischer. Für den Träger ist der Unterschied im Alltag kaum spürbar; er zeigt sich vor allem bei genauem Hinsehen an den Rundungen von Revers und Frontkante.

Abstand zur Kante

Der Pick-Stitch kann direkt an der Kante oder mit Abstand gesetzt werden. Eine Steppung etwa 2 mm von der Kante entfernt ist dezent und wirkt elegant; sie ist bei Business-Anzügen am verbreitetsten. Eine Steppung mit 5 mm Abstand ist sichtbarer, wirkt sportlicher und betont die Kontur, was gut zu Kombinationssakkos passt.

Ausserdem lässt sich wählen, wie weit die Steppung reicht: nur an Revers und Kragen oder umlaufend an allen Kanten, einschliesslich Frontkante, Saum und Taschen. Eine umlaufende Steppung gibt dem Sakko einen einheitlichen, handwerklichen Ausdruck; eine Steppung nur am Revers konzentriert das Detail dort, wo das Gegenüber zuerst hinsieht.

Wann passt der Pick-Stitch?

Pick-Stitching ist an fast jedem Tagessakko angebracht. An weichen, ungefütterten Sakkos aus Leinen, Baumwolle oder Flanell ist es sogar funktional wichtig, weil dort keine Futterlage die Kanten stabilisiert. Bei Kombinationssakkos und Blazern darf die Steppung kräftiger und weiter von der Kante entfernt sein.

Am Smoking verzichtet man traditionell darauf, weil die Seidenrevers glatt und makellos wirken sollen; auch an sehr formellen Anzügen wird der Pick-Stitch oft nur minimal oder gar nicht sichtbar gesetzt. Bei Garn in Kontrastfarbe ist Zurückhaltung angebracht: Auf einem dunklen Kammgarn wirkt ein heller Pick-Stitch schnell dekorativ. Ton in Ton ist fast immer die sicherere Wahl.

Der Pick-Stitch beim Massanzug

Im Konfigurator «Styles & Options» von The Sartorialist heisst die Option «Steppnaht (AMF-Handstich)» und umfasst vier Varianten: Kantenstich 2 mm, Kantenstich rundum 2 mm, abgesteppte Naht 5 mm und abgesteppt rundum 5 mm. So lässt sich die Intensität des Details genau abstimmen.

Wer zum ersten Mal einen Massanzug bestellt, beginnt oft mit der dezenten 2-mm-Variante an Revers und Front. Für ein zweites, sportlicheres Sakko lohnt sich dann die 5-mm-Variante. Die Garnfarbe wird gemeinsam mit Stoff, Knopflöchern und Futter bestimmt, damit alle sichtbaren Details eine Linie bilden.

Häufige Fragen zu «Pick-Stitch»

Ist ein Pick-Stitch immer handgenäht?

Nein. Ursprünglich wurde er von Hand gesetzt, heute gibt es Maschinen, die den Handstich imitieren. Handgenähte Pick-Stitches sind minimal unregelmässiger und plastischer.

Wozu dient der Pick-Stitch?

Er hält die Stofflagen an den Kanten zusammen, damit Revers und Front flach bleiben und der Beleg nicht nach aussen rollt. Gleichzeitig ist er ein dekoratives Detail.

Gehört ein Pick-Stitch an einen Smoking?

Traditionell nicht, da die Seidenrevers glatt wirken sollen. Am übrigen Smoking wird er höchstens unsichtbar gesetzt.

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