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Glossar · Sakko

Pattentasche

Auch: Klappentasche · Flap Pocket · Tasca con pattina

Eine Pattentasche ist eine eingeschnittene Seitentasche am Sakko, deren Öffnung von einer aufgenähten Stoffklappe, der Patte, abgedeckt wird. Sie ist die verbreitetste Taschenform an Business-Anzügen und Sakkos und liegt zwischen der eleganten Paspeltasche und der sportlichen aufgesetzten Tasche.

Zeichnung eines Sakkos mit geraden Pattentaschen an der Hüfte und Barchetta-Brusttasche

Aufbau der Pattentasche

Technisch ist die Pattentasche eine Paspeltasche mit zusätzlicher Klappe. Der Schneider schneidet den Vorderteil ein, setzt oben und unten eine schmale Paspel ein und näht dahinter den Taschenbeutel aus Futterstoff oder Baumwolle. Zwischen die obere Paspel und den Stoff wird die Patte eingenäht, die über die Öffnung herunterfällt.

Die Patte ist meist 5 bis 6 cm hoch und 15 bis 17 cm breit, also gerade breit genug, dass eine Hand bequem in die Tasche passt. Ihre Ecken sind leicht abgerundet, damit sie sich nicht aufrollen. Bei gemusterten Stoffen wie Nadelstreifen oder Karos wird die Patte so zugeschnitten, dass das Muster nahtlos vom Vorderteil in die Klappe übergeht.

Herkunft

Die Klappe hat einen praktischen Ursprung: Sie schützte den Tascheninhalt vor Regen und verhinderte, dass beim Reiten oder auf der Jagd etwas herausfiel. Darum findet man Pattentaschen seit dem 19. Jahrhundert an Jagd-, Reit- und Landkleidung und an den Röcken für den Tag.

Mit dem Aufstieg des Strassenanzugs zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Pattentasche zur Standardausführung. Sie verband ein ordentliches Erscheinungsbild mit Alltagstauglichkeit. Abendkleidung wie Smoking und Frack übernahm sie dagegen nicht, dort blieb die schlichtere Paspeltasche üblich, weil man abends nichts Grösseres in den Taschen trug und Klappen als zu sportlich galten.

Patte rein oder raus?

Die Patte lässt sich in die Tasche hineinstecken, dann sieht die Tasche aus wie eine Paspeltasche. Diese Möglichkeit ist kein Zufall: Ursprünglich trug man die Patte draussen im Freien und steckte sie im Haus hinein. Heute ist die Regel lockerer. Die meisten Männer lassen die Patte aussen, weil sie die Front strukturiert und der Anzug so gemacht ist.

Wer einen Anzug für einen formellen Anlass etwas eleganter wirken lassen will, kann die Patten hineinstecken. Wichtig ist nur, dass beide Seiten gleich aussehen. Eine halb hineingesteckte, halb heraushängende Patte wirkt nachlässig, ebenso eine Patte, die an einer Ecke im Taschenbeutel hängen bleibt.

Gerade oder schräg

Die klassische Pattentasche verläuft waagrecht. Eine Variante ist die schräg gestellte Pattentasche, englisch Hacking Pocket, die von der Reitjacke stammt. Durch die Neigung nach hinten unten kam man auf dem Pferd leichter an die Tasche. Am Sakko streckt die Schrägstellung die Silhouette etwas und betont die Taille.

Schräge Taschen wirken etwas sportlicher und britischer. An einem Tweed- oder Flanellsakko passen sie sehr gut, an einem dunklen Geschäftsanzug sind sie ebenfalls möglich, sofern der Rest des Anzugs zurückhaltend bleibt. Kombiniert man schräge Pattentaschen mit einer Ticket-Tasche, entsteht ein deutlich englisch geprägtes Bild, das an Landhauskleidung erinnert.

Die Pattentasche beim Massanzug

Im Konfigurator «Styles & Options» von The Sartorialist stehen Pattentaschen in mehreren Kombinationen zur Wahl: gerade Patten mit Barchetta-Brusttasche, schräg gestellte Patten und Patten mit zusätzlicher Ticket-Tasche. So passt sich die Taschengestaltung an den gewünschten Charakter des Sakkos an.

Beim Massanzug wird die Patte ausserdem auf das Stoffmuster abgestimmt. Bei Nadelstreifen, Glencheck oder Fischgrat setzt sich das Muster auf der Patte exakt fort, was bei Konfektion oft vernachlässigt wird. Wer seine Taschen regelmässig benutzt, sollte trotzdem sparsam damit umgehen: Ein schweres Schlüsselbund dehnt den Taschenbeutel und zieht die Patte dauerhaft nach unten.

Häufige Fragen zu «Pattentasche»

Soll man die Patten an den Sakkotaschen hineinstecken?

Beides ist korrekt. Üblich ist, die Patten aussen zu tragen. Hineingesteckt wirkt das Sakko eleganter, dann sollten aber beide Seiten gleich sein.

Was ist der Unterschied zwischen Pattentasche und Paspeltasche?

Beide sind eingeschnittene Taschen mit schmalen Paspeln. Die Pattentasche hat zusätzlich eine Klappe über der Öffnung, die Paspeltasche nicht. Die Paspeltasche wirkt deshalb schlichter und formeller.

Warum sind die Taschen an einem neuen Sakko zugenäht?

Die Taschen werden mit einem losen Heftfaden geschlossen, damit sie beim Transport und im Laden ihre Form behalten. Diesen Faden entfernen Sie vor dem ersten Tragen vorsichtig mit einer kleinen Schere.

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