Besuchen Sie unseren Showroom an der Kuttelgasse 7, Zürich.Termin buchen
Glossar · Sakko

Milanese-Knopfloch

Auch: Asola milanese · Mailänder Knopfloch · Milanese Buttonhole

Ein Milanese-Knopfloch (italienisch asola milanese) ist ein von Hand gesticktes, deutlich erhöhtes Knopfloch, bei dem dichte Seidenstiche über eine eingelegte Kordel gelegt werden. Es sitzt fast immer am linken Revers, wird meist nicht durchgeknöpft und gilt als dekoratives Kennzeichen italienischer Schneiderkunst.

Zeichnung eines erhöhten, von Hand gestickten Milanese-Knopflochs am Revers eines Sakkos

Herkunft und Name

Der Name verweist auf Mailand, wo Schneider diese Technik bekannt gemacht haben. Ursprünglich verwendete man ähnliche, erhöhte Sticktechniken in der Wäsche- und Uniformschneiderei, wo Knopflöcher besonders strapazierfähig sein mussten. Am Herrensakko wurde das Milanese-Knopfloch im 20. Jahrhundert zu einem Detail, mit dem Ateliers ihre Handarbeit zeigen konnten.

Anders als das normale handgenähte Knopfloch, das hauptsächlich eine Funktion erfüllt, ist das Milanese-Knopfloch vor allem Schmuck. Es wird deshalb fast ausschliesslich am Revers gesetzt, also dort, wo kein Knopf hindurchgeführt wird. An der Front oder an den Ärmeln wäre es zu dick und würde das Knöpfen erschweren.

So entsteht es

Zuerst wird die Form des Knopflochs auf dem Revers markiert, meist eine schlanke Linie mit abgerundetem oder spitz zulaufendem Ende. Dann legt die Schneiderin eine dünne Kordel oder einige Fadenstränge als Einlage entlang der Kontur. Über diese Einlage werden dicht an dicht Stiche aus Seidengarn gesetzt, sodass ein plastischer, leicht gewölbter Wulst entsteht.

Die Stiche müssen exakt parallel liegen und gleich straff gezogen sein, sonst wirkt der Rand wellig. Für ein einziges Milanese-Knopfloch braucht es deshalb ein Vielfaches der Zeit eines maschinellen Knopflochs. Häufig wird es auf der Oberseite gestickt, ohne dass der Stoff aufgeschnitten wird, es bleibt also geschlossen. Auf Wunsch kann es offen gearbeitet werden, damit eine Ansteckblume hineinpasst.

Woran man es erkennt

Ein Milanese-Knopfloch ist erhöht und lässt sich mit der Fingerkuppe als kleiner Wulst ertasten. Die Stiche liegen schräg und eng, ähnlich wie bei einer Satinstickerei, und glänzen durch das Seidengarn leicht. Die Kontur ist schmaler und länglicher als bei einem gewöhnlichen Knopfloch, oft etwa 2.5 bis 3 cm lang.

Ein maschinelles Knopfloch dagegen ist flach, die Stiche sind kürzer und matt, und am Ende sitzt häufig ein kleiner Riegel. Ein normales handgenähtes Knopfloch liegt zwischen beiden: etwas plastischer als ein maschinelles, aber ohne den deutlichen Wulst. Kleine Unregelmässigkeiten sind beim Milanese-Knopfloch kein Mangel, sondern Spur der Handarbeit.

Farbe und Stilwirkung

Ton in Ton gestickt wirkt das Milanese-Knopfloch subtil: Man bemerkt es erst beim zweiten Blick, dann aber als Zeichen von Sorgfalt. In einer Kontrastfarbe wird es zum bewussten Akzent, etwa dunkelgrün auf einem braunen Flanell oder hellblau auf einem beigen Leinensakko.

Am besten passt das Milanese-Knopfloch zu weichen, italienisch geprägten Sakkos mit natürlicher Schulter, aufgesetzten Taschen oder Barchetta-Brusttasche. An einem sehr formellen Business-Anzug aus dunklem Kammgarn ist ein dezentes, Ton in Ton gesticktes Exemplar angebracht. Am Smoking wird es selten verwendet, weil der Seidenbelag des Revers bereits genug Glanz ins Spiel bringt.

Das Milanese-Knopfloch beim Massanzug

Im Konfigurator «Styles & Options» von The Sartorialist ist das Milanese-Knopfloch neben maschinellem und handgenähtem Knopfloch als eigene Option für das Revers vorgesehen. Dort wird es als glänzende Seide beschrieben, die lückenlos und ohne Knoten über eine Gimpe gewickelt wird und dadurch erhaben wirkt. Die Garnfarbe lässt sich auf Futter, Einstecktuch oder Krawatte abstimmen.

Wer zwischen Kontrast und Ton in Ton schwankt, sollte überlegen, wie oft das Sakko getragen wird. Ein Sakko, das zweimal pro Woche im Büro zum Einsatz kommt, verträgt ein unauffälliges Knopfloch besser. Ein Kombinationssakko für Wochenende und Anlässe darf mit einer Kontrastfarbe spielen. Beim Termin im Atelier an der Kuttelgasse lassen sich Garnmuster direkt auf dem Stoff vergleichen.

Häufige Fragen zu «Milanese-Knopfloch»

Kann man durch ein Milanese-Knopfloch eine Blume stecken?

Nur wenn es offen gearbeitet ist. Viele Milanese-Knopflöcher sind rein dekorativ und nicht aufgeschnitten. Beim Massanzug können Sie festlegen, dass es offen ist und eine Schlaufe für den Stiel erhält.

Was ist der Unterschied zwischen handgenähtem und Milanese-Knopfloch?

Ein handgenähtes Knopfloch wird mit Knopflochstichen um eine Öffnung gearbeitet und ist leicht plastisch. Das Milanese-Knopfloch hat eine eingelegte Kordel, über die dichte Seidenstiche gelegt werden, es ist dadurch deutlich erhöht und wirkt wie eine Stickerei.

Gehört ein Milanese-Knopfloch auch an die Ärmel?

In der Regel nicht. Am Ärmel und an der Front müssen Knöpfe durchgeführt werden, ein erhöhtes Knopfloch wäre dafür zu dick. Es bleibt ein Schmuckdetail am Revers.

Termin buchen

Erleben Sie den Unterschied — bei einem Espresso im Showroom.

Eine umfassende und kostenlose Beratung an der Kuttelgasse 7 in Zürich. Beratungen ausserhalb von Zürich nach Absprache.

Anzug gestalten