Krawatte
Auch: Schlips · Binder · Necktie · Cravatta
Eine Krawatte ist ein langes, schmales Stoffband, das unter dem Hemdkragen um den Hals gelegt und vorne mit einem Knoten gebunden wird. Klassische Krawatten sind aus Seide, rund 145 bis 150 cm lang und an der breitesten Stelle 7 bis 9 cm breit. Die bekanntesten Knoten sind der Four-in-Hand und der Halbe Windsor.

Herkunft
Die Krawatte geht auf kroatische Söldner zurück, die im Dreissigjährigen Krieg im Dienst Frankreichs standen und geknotete Halstücher trugen. Am französischen Hof wurde das Tuch übernommen, und aus «croate» wurde «cravate».
Die heutige Form, ein schräg zugeschnittenes, gefüttertes Band, das sich leicht knoten lässt und nicht verdreht, entstand erst im 20. Jahrhundert. Mitte der 1920er Jahre liess sich der New Yorker Schneider Jesse Langsdorf diese Konstruktion aus drei schräg geschnittenen Teilen patentieren. Seither hat sich vor allem die Breite verändert, von sehr schmalen Modellen in den 1960er Jahren bis zu über 11 cm in den 1970er Jahren.
Woran man eine gute Krawatte erkennt
Eine gute Krawatte ist schräg zum Fadenlauf zugeschnitten, damit sie elastisch bleibt und nach dem Binden nicht verdreht hängt. Auf der Rückseite hält ein loser Schlingstich die Lagen zusammen; zieht man vorsichtig daran, rafft sich die Krawatte leicht. Eine Einlage aus Wolle gibt Volumen und einen schönen Knoten.
Besonders aufwendig ist die Sevenfold-Krawatte, die nur aus einem grossen, siebenfach gefalteten Seidenstück ohne Einlage besteht. Ein einfacher Test: Hängt man die Krawatte über die Hand, sollte sie gerade fallen und sich nicht eindrehen. Neben Seide sind Grenadine, Wolle, Kaschmir, Leinen und Strick übliche Materialien.
Länge, Breite und Proportionen
Richtig gebunden endet die Krawattenspitze auf Höhe der Gürtelschnalle, nicht darüber und nicht darunter. Grosse Männer oder Knoten mit vielen Windungen brauchen Überlänge, etwa 155 bis 160 cm.
Die Breite sollte zur Reversbreite passen: Ein Sakko mit 8 cm breitem Revers verlangt eine Krawatte zwischen 7,5 und 8,5 cm. Auch der Kragen spielt mit. Ein weit gespreizter Haifischkragen verträgt einen voluminöseren Knoten als ein schmaler Kentkragen. Die Krawatte liegt immer unter dem Kragen, und das schmale Ende verschwindet hinter dem breiten in der Schlaufe auf der Rückseite.
Krawatte binden: der Four-in-Hand
Der Four-in-Hand, auch einfacher Knoten genannt, ist der vielseitigste Knoten. So gehen Sie vor: Legen Sie die Krawatte um den Hals, das breite Ende rechts, etwa 30 cm tiefer als das schmale.
Führen Sie das breite Ende vorne über das schmale nach links, dann hinten herum wieder nach rechts und noch einmal vorne quer nach links. Nun das breite Ende von unten durch die Halsschlaufe nach oben ziehen und vorne durch die eben entstandene Querschlaufe nach unten stecken. Zum Schluss den Knoten mit einer Hand halten, mit der anderen am schmalen Ende ziehen und ihn nach oben schieben. Der Knoten ist schlank und leicht asymmetrisch.
Krawatte binden: der Halbe Windsor
Der Halbe Windsor ist symmetrisch, mittelgross und passt zu Kent- und Haifischkragen. Beginnen Sie wie beim Four-in-Hand mit dem breiten Ende rechts.
Legen Sie das breite Ende vorne über das schmale nach links und führen Sie es hinter dem schmalen Ende wieder nach rechts. Dann von vorne nach oben durch die Halsschlaufe und auf der rechten Seite nach unten ziehen. Anschliessend das breite Ende vorne quer nach links legen, von unten durch die Halsschlaufe führen und vorne durch die Querschlaufe nach unten stecken. Festziehen und unter dem Knoten mit dem Zeigefinger eine kleine Delle formen, das sogenannte Grübchen.
Häufige Fragen zu «Krawatte»
Wie lang muss eine Krawatte sein?
Richtig gebunden reicht die Spitze bis zur Gürtelschnalle. Standardkrawatten sind rund 145 bis 150 cm lang. Grosse Männer oder Träger grösserer Knoten brauchen 155 bis 160 cm.
Welcher Krawattenknoten ist der einfachste?
Der Four-in-Hand, auch einfacher Knoten genannt. Er braucht nur wenige Schritte, ist schmal und leicht asymmetrisch und passt zu fast allen Kragen. Für weit gespreizte Kragen ist der Halbe Windsor die bessere Wahl.
Wie breit sollte eine Krawatte sein?
Die Breite sollte ungefähr der Reversbreite entsprechen. Bei den meisten Anzügen liegen 7 bis 9 cm richtig. Sehr schmale Krawatten unter 6 cm wirken modisch, sehr breite über 10 cm eher altmodisch.






