Krawattennadel
Auch: Krawattenklammer · Tie Bar · Tie Pin
Eine Krawattennadel hält die Krawatte am Hemd fest, damit sie nicht verrutscht oder flattert. Im Sprachgebrauch umfasst der Begriff sowohl die eigentliche Nadel, die durch die Krawatte gestochen wird, als auch die Krawattenklammer, die Krawatte und Hemdleiste zusammenklemmt. Getragen wird sie zwischen dem dritten und vierten Hemdknopf.

Nadel, Klammer und Kette
Die klassische Krawattennadel, englisch Tie Pin, ist eine Anstecknadel mit Zierkopf, die durch beide Krawattenblätter und das Hemd gestochen und auf der Rückseite mit einer Kappe gesichert wird. Sie war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet, hinterlässt aber kleine Löcher in Seide.
Heute ist die Krawattenklammer, englisch Tie Bar oder Tie Clip, die übliche Form. Sie wird seitlich über Krawatte und Knopfleiste geschoben und hält beides ohne Löcher zusammen. Eine dritte Variante ist die Krawattenkette, die an einem Hemdknopf befestigt wird und vor der Krawatte hängt, während die Krawatte dahinter Spiel hat. Sie wirkt am auffälligsten.
Die richtige Position
Die Klammer sitzt zwischen dem dritten und vierten Hemdknopf von oben, etwa auf Höhe der Brusttasche des Sakkos. Bei geschlossenem Sakko schaut sie dann knapp über dem Knopf aus dem Revers hervor. Sitzt sie zu hoch, wirkt sie wie ein Fremdkörper unter dem Kinn. Zu tief verschwindet sie unter dem Sakko und hat keine Funktion mehr.
Die Klammer muss waagrecht sitzen und sollte Krawatte und Hemdleiste erfassen. Hält sie nur die beiden Krawattenblätter zusammen, verrutscht die Krawatte trotzdem. Die Klammer wird nicht festgeklemmt, bis die Krawatte sich staucht: Ein leichtes Bogen der Krawatte über der Klammer wirkt natürlicher.
Breite, Material und Stil
Eine Faustregel lautet: Die Klammer sollte nie breiter sein als die Krawatte an dieser Stelle. Ideal sind etwa drei Viertel der Krawattenbreite. Bei einer 8 Zentimeter breiten Krawatte sind das Klammern um 5 bis 6 Zentimeter, bei schmalen Krawatten entsprechend kürzere.
Das Metall sollte zu Uhr, Gürtelschnalle und Manschettenknöpfen passen, also Silber zu Silber, Gold zu Gold. Schlichte, polierte oder gebürstete Klammern wirken zeitlos. Gravuren oder Embleme passen zu persönlichen Anlässen, etwa als Geschenk für die Trauzeugen. Für eine Hochzeit kann die Klammer zusätzlich das Datum oder die Initialen tragen.
Wann man darauf verzichtet
Eine Krawattennadel ist kein Pflichtteil. Wer eine Weste trägt, braucht sie nicht, weil die Weste die Krawatte hält. Bei einem Dreiteiler wäre sie unter der Weste unsichtbar.
Auch beim geschlossenen Zweireiher entfällt die Funktion, weil die Krawatte unter dem überlappenden Vorderteil liegt. Bei sehr formellen Anlässen mit Fliege, also Black Tie und White Tie, kommt sie ohnehin nicht in Frage. Sinnvoll ist die Klammer dagegen bei offen getragenem Einreiher, bei Wind, beim Velofahren und im Restaurant, damit die Krawatte nicht in den Teller fällt. Beim Massanzug mit gut sitzendem Sakko liegt die Krawatte ohnehin ruhiger, weil das Sakko vorne nicht absteht.
Häufige Fragen zu «Krawattennadel»
Wo trägt man eine Krawattennadel?
Zwischen dem dritten und vierten Hemdknopf von oben, ungefähr auf Höhe der Brusttasche. Bei geschlossenem Sakko blitzt sie knapp über dem Knopf hervor.
Trägt man eine Krawattennadel mit Weste?
Nein. Die Weste hält die Krawatte bereits an ihrem Platz, die Klammer wäre darunter unsichtbar.
Wie breit sollte eine Krawattenklammer sein?
Etwa drei Viertel der Krawattenbreite an der Stelle, an der sie sitzt. Breiter als die Krawatte sollte sie nie sein.






