Anzuggrössen
Auch: Anzuggrössentabelle · Konfektionsgrössen Herren · Sakkogrössen
Anzuggrössen sind genormte Konfektionsgrössen, mit denen Herrenanzüge nach Brustumfang und Körpergrösse eingeteilt werden. Im deutschsprachigen Raum gibt es Normalgrössen (etwa 44 bis 62), schlanke Grössen (etwa 90 bis 110) und untersetzte Grössen (etwa 22 bis 31). Die Normalgrösse entspricht ungefähr dem halben Brustumfang in Zentimetern.

Die drei Grössenreihen
Die Normalgrössen sind die Basis: Grösse 50 ist für etwa 100 Zentimeter Brustumfang und rund 1,76 bis 1,82 Meter Körpergrösse gedacht. Für grosse, schlanke Männer gibt es die Schlankgrössen. Sie entsprechen ungefähr der doppelten Normalgrösse, also 98 oder 102 statt 49 oder 51, und haben längere Ärmel, ein längeres Sakko und mehr Schrittlänge.
Untersetzte Grössen sind halbierte Normalgrössen, etwa 25 statt 50. Sie sind für kleinere Männer mit kräftigerer Mitte gedacht: kürzere Längen, mehr Weite am Bauch. Daneben existieren Bauchgrössen und Übergrössen. Die genauen Tabellen unterscheiden sich je nach Hersteller um einige Zentimeter, weshalb dieselbe Nummer bei zwei Marken unterschiedlich sitzt.
Internationale Grössen umrechnen
Englische und amerikanische Anzüge werden in Zoll Brustumfang angegeben, ergänzt um einen Buchstaben für die Länge: S für Short, R für Regular, L für Long. Ein 40R entspricht grob einer deutschen 50, ein 42L einer 106 in der Schlankreihe. Die Hose wird separat in Zoll Bundweite und Schrittlänge angegeben, etwa 34/32.
Italienische Grössen sind nominell meist gleich wie die deutschen, viele Marken fallen aber eine halbe bis ganze Grösse kleiner aus. Französische Grössen liegen oft zwei Nummern tiefer. Online-Umrechnungstabellen helfen als Anhaltspunkt, ersetzen aber keine Anprobe. Massgebend sind am Ende die Masse des Kleidungsstücks, nicht die Zahl auf dem Etikett.
Die eigene Grösse richtig messen
Für Konfektion brauchen Sie vier Werte. Den Brustumfang messen Sie waagrecht an der breitesten Stelle unter den Achseln, über einem dünnen Hemd. Den Bundumfang dort, wo die Hose sitzen soll. Die Körpergrösse ohne Schuhe und die innere Beinlänge vom Schritt bis zum Boden.
Der Brustumfang durch zwei ergibt die ungefähre Normalgrösse. Liegt die Körpergrösse deutlich über 1,85 Meter bei schlankem Bau, lohnt ein Blick in die Schlankreihe. Bei kleiner Statur unter 1,70 Meter kann eine untersetzte Grösse besser passen. Messen Sie mit einem flexiblen Schneidermassband und lassen Sie eine zweite Person ablesen, damit das Band waagrecht bleibt.
Warum ein Massanzug keine Grösse hat
Anzuggrössen beschreiben einen Durchschnittskörper pro Nummer. Wer zwischen zwei Grössen liegt, lange Arme bei schmaler Brust hat oder eine Schulter tiefer trägt, muss Kompromisse eingehen. Mehr als drei Masse decken die Tabellen nicht ab.
Beim Massanzug spielt die Grösse keine Rolle. Bei The Sartorialist werden über 30 Messparameter aufgenommen, dazu Haltungsmerkmale wie Schulterneigung oder ein leicht vorgeneigter Stand. Aus diesen Daten entsteht das Schnittmuster. Ein Etikett mit «50» oder «102» gibt es nicht, und die Frage, ob Schlank- oder Normalgrösse, stellt sich nicht. Der fertige Anzug ist in 20 Arbeitstagen abholbereit und zu 100 % in Italien gefertigt.
Häufige Fragen zu «Anzuggrössen»
Welche Anzuggrösse habe ich bei 104 cm Brustumfang?
In der Normalreihe ist das ungefähr Grösse 52. Bei grosser, schlanker Statur kommt auch eine 102 oder 106 in Frage, bei kleinerer, kräftiger Statur eine untersetzte 26.
Was bedeutet Anzuggrösse 98?
Die 98 gehört zur Schlankreihe und entspricht etwa einer Normalgrösse 49. Sie ist für Männer mit rund 98 Zentimetern Brustumfang und überdurchschnittlicher Körpergrösse gedacht.
Sind Anzuggrössen bei allen Marken gleich?
Nein. Die Grössenreihen sind zwar ähnlich aufgebaut, die Masstabellen weichen aber je nach Marke um einige Zentimeter ab. Italienische Marken fallen oft kleiner aus.






