Schulterbreite
Auch: Schulterbreite Sakko · Schultermass · Shoulder Width
Die Schulterbreite eines Sakkos ist der Abstand zwischen den beiden äusseren Schulternähten, gemessen über den Rücken. Sie passt, wenn die Naht genau am Ende des Schulterknochens liegt und der Ärmel von dort ohne Delle senkrecht fällt. Die Schulter ist die Stelle, die sich bei einem fertigen Sakko am schwersten ändern lässt.

Woran man die richtige Schulter erkennt
Tasten Sie mit den Fingern den äussersten Punkt Ihres Schulterknochens, das Schulterdach. Hier sollte die Ärmelnaht sitzen. Endet sie davor, drückt der Oberarm eine Wulst in den Ärmel. Steht sie darüber hinaus, entsteht unterhalb der Naht eine Delle, weil der Stoff ins Leere fällt.
Ein einfacher Test ist der Wandtest: Stellen Sie sich seitlich an eine Wand. Berührt die Sakkoschulter die Wand vor Ihrem Oberarm, ist sie zu breit. Berührt der Oberarm die Wand zuerst, ist sie zu schmal. Ideal ist, wenn beides gleichzeitig anliegt. Bei normalgrossen Männern liegt die Schulterbreite eines Sakkos meist zwischen 44 und 48 Zentimetern.
Warum die Schulter kaum änderbar ist
An der Schulter treffen Kragen, Ärmel, Vorderteil, Rückenteil, Einlage und Polster zusammen. Eine Änderung bedeutet, den Ärmel abzutrennen, Kragen und Futter zu öffnen und das Vorderteil neu zu formen. Der Aufwand ist hoch und das Ergebnis selten so sauber wie das Original.
Deshalb gilt beim Kauf von Konfektion: Zuerst muss die Schulter passen, alles andere lässt sich eher anpassen. Wer zwischen zwei Grössen liegt, wählt nach der Schulter und lässt Taille und Ärmel ändern. Bei Männern mit breiten Schultern und schmaler Brust oder umgekehrt geht diese Rechnung jedoch nicht auf, und genau hier liegt einer der häufigsten Gründe für einen Massanzug.
Schulterneigung und Haltung
Nicht nur die Breite zählt, sondern auch die Neigung. Manche Männer haben stark abfallende Schultern, andere fast waagrechte. Bei abfallenden Schultern bilden sich in Konfektion diagonale Falten vom Kragen zur Achsel. Bei geraden Schultern spannt der Stoff quer unter dem Kragen.
Dazu kommt die Asymmetrie: Bei vielen Menschen liegt die dominante Schulter einige Millimeter bis über einen Zentimeter tiefer. Ein guter Schnitt gleicht das mit unterschiedlich starkem Polster oder angepasster Schulternaht aus. Auch ein nach vorne geneigter Stand, etwa durch Bildschirmarbeit, verändert, wie die Schulter sitzen muss. Diese Merkmale werden beim Massnehmen genauso festgehalten wie die eigentliche Breite.
Schulterbreite beim Massanzug
Beim Massanzug misst der Schneider die Schulterbreite von Schulterpunkt zu Schulterpunkt über den Rücken und ergänzt sie um Neigung, Rückenbreite und Haltung. Bei The Sartorialist gehören diese Werte zu den über 30 Messparametern.
Im Konfigurator «Styles & Options» wählen Sie zusätzlich die Bauart: eine weiche Schulter ohne oder mit wenig Polster, eine traditionelle Schulter mit leichter Polsterung oder eine Schulter mit Rollino, bei der der Ärmelansatz leicht erhöht ist. Je weicher die Konstruktion, desto exakter muss die Breite stimmen, weil kein Polster kleine Abweichungen kaschiert. Die Bauart beeinflusst auch, wie breit die Schultern optisch wirken.
Häufige Fragen zu «Schulterbreite»
Wie breit sollte die Schulter eines Sakkos sein?
Die Schulternaht sollte genau am äussersten Punkt des Schulterknochens liegen. Bei normalgrossen Männern sind das meist 44 bis 48 Zentimeter Schulterbreite.
Kann man die Schulter eines Sakkos enger machen?
Technisch ja, aber nur mit grossem Aufwand und meist sichtbaren Spuren. Bei Konfektion sollte die Schulter deshalb von Anfang an passen.
Woran erkennt man eine zu breite Schulter?
An einer Delle unterhalb der Schulternaht am Oberarm. Beim Wandtest berührt die Sakkoschulter die Wand vor dem Arm.






