Business Casual
Auch: Business Casual Herren · Smart Casual Business · Büro-Casual
Business Casual ist ein Dresscode für den Arbeitsalltag, der gepflegter ist als Freizeitkleidung, aber auf Anzug und Krawatte verzichtet. Typisch sind Sakko, Stoff- oder Chinohose, Hemd oder Poloshirt und Lederschuhe. Der Begriff wird in Unternehmen unterschiedlich ausgelegt.

Wie Business Casual entstanden ist
Business Casual setzte sich in den 1990er Jahren durch, zunächst über den «Casual Friday» in amerikanischen Unternehmen, an dem Angestellte ohne Krawatte arbeiten durften. Mit der Tech-Branche und flacheren Hierarchien wurde aus dem Freitag schrittweise der Alltag.
Heute ist Business Casual in vielen Schweizer Büros der Normalfall, während Anzug und Krawatte für Kundentermine, Verwaltungsratssitzungen oder Banken reserviert bleiben. Das Problem des Begriffs: Er ist dehnbar. In einer Anwaltskanzlei meint er Sakko und Stoffhose ohne Krawatte, in einem Start-up vielleicht ein Poloshirt zur Chino. Wer neu in einem Unternehmen ist, orientiert sich in den ersten Wochen am Durchschnitt der Kollegen, nicht am lässigsten.
Was dazugehört
Das Herzstück ist das Sakko, das nicht zu einem Anzug gehört. Es besteht aus strukturierten Stoffen wie Hopsack, Tweed, Flanell, Leinen oder Baumwolle, oft ungefüttert oder mit Halbfutter und weicher Schulter. Dazu kommen Hosen aus Flanell, Baumwolle, Cord oder Wolle in einer anderen Farbe als das Sakko.
Oberteile sind Hemden mit Button-down- oder Kentkragen, Oxfordhemden, Poloshirts aus Strick oder Piqué sowie feine Pullover und Rollkragen aus Merino oder Kaschmir. Bei den Schuhen sind Derbys, Loafer, Chelsea Boots und Wildlederschuhe richtig, unter Umständen auch saubere Ledersneakers. Eine Krawatte ist nicht verlangt; eine Strickkrawatte bleibt aber möglich, wenn der Tag mit einem wichtigeren Termin endet.
Was nicht dazugehört
Nicht zu Business Casual gehören T-Shirts mit Aufdruck, Kapuzenpullover, Shorts, Sportschuhe, Sandalen und ausgewaschene oder zerrissene Jeans. Ob dunkle, saubere Jeans erlaubt sind, hängt vom Unternehmen ab; in eher konservativen Branchen sind sie es nicht.
Ebenso unpassend ist ein Anzugsakko, das ohne seine Hose getragen wird. Glatte, dunkle Kammgarnstoffe mit Pattentaschen wirken zu einer Chino wie ein verwaistes Stück und verschleissen zudem schneller als die Hose, was den Anzug später unbrauchbar macht. Ein eigenes Sakko aus einem dafür gedachten Stoff ist die bessere Lösung. Auch die Passform zählt: Business Casual verzeiht weniger, weil die Kleidung lockerer ist und schlecht sitzende Teile stärker auffallen.
Eine kleine Grundgarderobe
Mit wenigen Teilen lässt sich eine Woche Business Casual abwechslungsreich gestalten. Zwei Sakkos bilden den Kern: eines in Marineblau, etwa aus Hopsack für das ganze Jahr, und eines mit Muster oder Struktur, etwa ein brauner Fischgrat für Herbst und Winter. Dazu kommen drei Hosen: Mittelgrau aus Flanell, Beige oder Stein aus Baumwolle und eine dunklere Variante in Oliv oder Braun.
Fünf Hemden in Weiss, Hellblau und dezent gestreift, zwei feine Strickpullover und ein Strickpolo ergänzen das. Bei den Schuhen genügen ein Paar dunkelbraune Derbys und ein Paar Wildlederloafer. Daraus ergeben sich mehr als 20 Kombinationen, die alle zusammenpassen. Sakkos und Hosen nach Mass sitzen dabei auch ohne Krawatte sauber.
Häufige Fragen zu «Business Casual»
Sind Jeans bei Business Casual erlaubt?
Das hängt vom Unternehmen ab. Dunkle, saubere Jeans ohne Abnutzungsspuren sind in vielen Büros akzeptiert, in Banken, Kanzleien und bei Kundenterminen dagegen meist nicht. Im Zweifel eine Stoff- oder Chinohose wählen.
Braucht man bei Business Casual ein Sakko?
Nicht zwingend, aber ein Sakko macht das Outfit sofort professioneller. Ein ungefüttertes Sakko aus Wolle, Leinen oder Baumwolle ist bequem genug für den ganzen Tag.
Kann man ein Anzugsakko einzeln tragen?
Besser nicht. Glatte Anzugstoffe wirken zu Chino oder Jeans wie ein verwaistes Stück, und das Sakko verschleisst schneller als die Hose. Ein eigenes Sakko aus strukturiertem Stoff passt besser.






