Bundfalte
Auch: Hosenfalte am Bund · Pleat · Pince · Pinces
Eine Bundfalte ist eine gelegte Stoffreserve vorne an der Hose, direkt unter dem Bund. Sie öffnet sich beim Sitzen und Gehen und gibt Hüfte und Oberschenkel mehr Weite. Hosen ohne Bundfalte heissen Flat Front.

So funktioniert eine Bundfalte
Beim Sitzen wird der Umfang über Hüfte und Oberschenkel um mehrere Zentimeter grösser. Eine Hose ohne Reserve spannt dann über dem Schoss, die Taschen klaffen auf. Die Bundfalte löst das: Am Bund ist der Stoff zu einer Falte von etwa 3 bis 4 Zentimetern Tiefe gelegt, die sich unten frei öffnet. Im Stehen liegt sie flach, im Sitzen gibt sie nach.
Aus der vorderen Bundfalte läuft idealerweise die Bügelfalte gerade bis zum Saum hinunter. Diese durchgehende Linie streckt das Bein optisch. Eine korrekt geschnittene Bundfalte bleibt im Stehen geschlossen. Klafft sie auf, ist die Hose am Bund oder über der Hüfte zu eng, und genau das lässt sich beim Massschneidern vermeiden.
Einfach-, Doppelfalte und Flat Front
Die Einfachfalte ist der heute häufigste Kompromiss: etwas Komfort, kaum zusätzliches Volumen. Bei der Doppelfalte liegt neben der Hauptfalte eine zweite, kleinere Falte Richtung Seitentasche. Sie gibt am meisten Weite und gehört zu höher geschnittenen, weiteren Hosen, wie sie in Neapel oder in der englischen Schneidertradition üblich sind.
Die Flat Front, also die Hose ohne Bundfalte, wirkt glatt und modern und passt zu schlanken Silhouetten. Sie verlangt allerdings eine präzise Passform über der Hüfte, denn ohne Reserve zeigt sich jede Spannung sofort. Wer viel sitzt oder kräftigere Oberschenkel hat, fühlt sich mit einer Bundfalte meist wohler.
Nach innen oder nach aussen gelegt
Bundfalten lassen sich in zwei Richtungen legen. Bei der nach innen gelegten Falte, im Englischen «forward pleat», zeigt die Öffnung zum Hosenschlitz. Sie ist die traditionelle englische Variante und fällt besonders ruhig.
Bei der nach aussen gelegten Falte, der «reverse pleat», öffnet sie sich Richtung Seitentasche. Diese Form ist in Italien verbreitet und auch in der Konfektion die häufigere. Sie öffnet sich beim Gehen etwas sichtbarer und wirkt dadurch lockerer.
Welche Richtung schöner ist, ist Geschmackssache. Wichtiger ist, dass die Falte in die Bügelfalte übergeht und die Hosenweite insgesamt zur Figur und zum Sakko passt.
Bundfalte beim Massanzug
Bei einer Masshose wird die Faltentiefe auf die gemessenen Werte für Bund, Hüfte und Oberschenkel abgestimmt. So entsteht genau so viel Reserve wie nötig, ohne dass vorne Stoff aufträgt. Eine Bundfalte harmoniert gut mit einer etwas höheren Leibhöhe, Seitenregulierern statt Gürtelschlaufen und einem Hosenaufschlag von 4 bis 4,5 Zentimetern, der dem weiteren Bein Gewicht gibt.
Im Konfigurator «Styles & Options» sind Flat Front, Einfach- und Doppelfalte als eigene Optionen hinterlegt. In der Anprobe im Atelier an der Kuttelgasse 7 prüfen wir im Sitzen und im Stehen, ob die Falten geschlossen liegen.
Häufige Fragen zu «Bundfalte»
Sind Bundfalten wieder modern?
Ja. Nach Jahren schmaler Flat-Front-Hosen sind Bundfalten in der klassischen Herrenmode wieder fest etabliert, vor allem bei höher geschnittenen Hosen. Sie gelten heute als Zeichen einer durchdachten, bequemen Hose.
Machen Bundfalten dicker?
Nicht, wenn die Hose richtig sitzt. Eine passende Bundfalte liegt im Stehen flach und verlängert über die Bügelfalte sogar das Bein. Auftragend wirkt sie nur, wenn die Hose zu eng ist und die Falte aufspringt.
Welche Schuhe passen zu Hosen mit Bundfalte?
Bundfaltenhosen haben meist etwas mehr Volumen und vertragen deshalb etwas kräftigere Schuhe wie Derbys, Budapester oder Loafer mit sichtbarer Sohle. Zu sehr zierlichen Schuhen wirkt die Hose schnell zu schwer.






