Cutaway
Auch: Cut · Morning Coat · Morning Dress
Der Cutaway, kurz Cut, ist die formellste Tageskleidung für Herren. Seine Jacke ist vorne von einem Knopf an schräg nach hinten abgeschnitten und läuft in Schösse bis zur Kniekehle aus. Getragen wird er mit grau-schwarz gestreifter Hose, Weste und Krawatte, traditionell bei Hochzeiten und Staatsakten bis etwa 18 Uhr.

Herkunft des Cutaways
Wie der Frack stammt auch der Cutaway aus der Reitkleidung. Im 19. Jahrhundert wurden die Vorderteile des Gehrocks in einer weiten Kurve nach hinten «weggeschnitten», daher der englische Name «cutaway» oder «morning coat»: Der Morgenritt war sein ursprünglicher Anlass. Gegen Ende des Jahrhunderts löste er den Gehrock als formelle Tageskleidung ab.
Im englischen Königshaus, bei Pferderennen wie Royal Ascot und bei staatlichen Zeremonien hat der Cut bis heute seinen festen Platz. Im deutschsprachigen Raum trägt man ihn vor allem bei Hochzeiten am Tag, bei Staatsempfängen und bei sehr formellen Feiern, etwa Neujahrsempfängen.
Woran man einen Cutaway erkennt
Die Jacke wird mit einem einzigen Knopf auf Taillenhöhe geschlossen. Von dort aus verlaufen die Vorderkanten in einer sanften Kurve nach hinten und gehen in zwei Schösse über, die etwa bis zur Kniekehle reichen. Hinten ist der Cut mit einem Schlitz zwischen den Schössen versehen, oft mit zwei Zierknöpfen in Taillenhöhe. Das Revers ist meist steigend.
Die klassische Farbe ist Schwarz oder Anthrazit, in England auch Grau als Ton-in-Ton-Ensemble. Anders als beim Frack wird der Cut geschlossen getragen und mit Weste kombiniert. Die Hose ist nicht aus dem Jackenstoff, sondern grau-schwarz gestreift, im Englischen «cashmere stripe» genannt, und wird ohne Aufschlag getragen.
Was zum Cutaway gehört
Zum Cut gehört eine Weste, meist in Hellgrau, Taubenblau oder Beige, ein- oder zweireihig. Bei Hochzeiten sind auch zarte Pastelltöne üblich. Das Hemd ist weiss oder sehr hell, mit Umlegekragen oder, sehr formell, mit Stehkragen und Ecken. Dazu trägt man eine silbergraue Krawatte oder einen Plastron, eine breite, gefaltete Halsbinde, die mit einer Nadel gehalten wird.
Die Schuhe sind schwarze Oxford-Schuhe aus Glattleder. Ein weisses Einstecktuch, Handschuhe aus grauem Wildleder und, in England, ein Zylinder vervollständigen das Bild. Gehalten wird die Hose mit Hosenträgern, denn der Bund sitzt hoch und darf zwischen Weste und Hose nicht sichtbar werden.
Cutaway bei Hochzeiten
Bei einer Trauung am Vormittag oder frühen Nachmittag ist der Cut die klassische Kleidung des Bräutigams, oft auch der Väter und Trauzeugen. Da er Tageskleidung ist, wechselt man streng genommen bei einem Fest, das bis tief in die Nacht dauert, nicht in den Smoking, sondern bleibt beim Cut, solange es kein separater Abendanlass ist.
Wer den Cut zu formell findet, wählt den Stresemann als etwas schlichtere Alternative oder einen eleganten Dreiteiler. Bei The Sartorialist beraten wir Bräutigame dazu, welcher Grad an Formalität zu Ort, Uhrzeit und Stil der Hochzeit passt. Ob ein Cutaway als Massanfertigung möglich ist, klären wir gerne persönlich im Atelier.
Häufige Fragen zu «Cutaway»
Was ist der Unterschied zwischen Cutaway und Frack?
Der Cutaway ist formelle Tageskleidung und wird geschlossen getragen, seine Vorderkanten laufen in einer Kurve nach hinten. Der Frack ist Abendkleidung, vorne waagrecht abgeschnitten und wird offen getragen.
Bis wann trägt man einen Cutaway?
Traditionell bis etwa 18 Uhr. Für Abendanlässe sind Smoking oder Frack vorgesehen.
Welche Hose gehört zum Cut?
Eine grau-schwarz gestreifte Hose ohne Aufschlag, die hoch auf der Taille sitzt und mit Hosenträgern getragen wird. Sie ist bewusst nicht aus dem Stoff der Jacke.






