Hosenaufschlag
Auch: Umschlag · Turn-ups · Cuffs · Risvolto
Ein Hosenaufschlag ist ein nach aussen umgeschlagener und fest vernähter Saum am unteren Ende des Hosenbeins. Er ist bei Anzughosen meist 3,5 bis 4,5 Zentimeter breit und gibt dem Bein Gewicht und einen sauberen Fall. Bei Smoking und Frack ist er nicht üblich.

Herkunft des Aufschlags
Der Aufschlag entstand Ende des 19. Jahrhunderts in England aus einer praktischen Geste: Gentlemen krempelten die Hosenbeine auf dem Land oder bei Regen hoch, um sie vor Schlamm zu schützen. Was zunächst improvisiert war, übernahmen Schneider als festen Bestandteil der Hose. Im englischen Sprachraum heisst er deshalb «turn-up», in den USA «cuff».
Seit dieser Zeit gilt der Aufschlag als Merkmal der Tageskleidung und des eher sportlichen Anzugs. Seine Popularität schwankt mit der Mode, er ist aber nie ganz verschwunden und gehört heute wieder fest zur klassischen Herrenschneiderei.
Die richtige Breite
Die Breite richtet sich nach Körpergrösse und Hosenschnitt. Als Faustregel gilt: Unter 1,75 Meter wirken 3 bis 3,5 Zentimeter ausgewogen, zwischen 1,75 und 1,85 Meter etwa 4 Zentimeter, bei grösseren Männern 4,5 bis 5 Zentimeter. Ein zu breiter Aufschlag verkürzt das Bein optisch, ein zu schmaler wirkt unentschlossen.
Auch die Saumweite spielt mit: Eine weitere Hose mit Bundfalten verträgt einen kräftigeren Aufschlag, eine schmale Hose eher einen zurückhaltenden. Im Konfigurator «Styles & Options» stehen Aufschläge von 3, 3,5, 4 und 4,5 Zentimetern sowie der glatte Saum zur Auswahl.
Wann passt ein Aufschlag?
Der Aufschlag passt zu Business-Anzügen aus Flanell, Kammgarn und Tweed, zu Kombinationshosen und zu Hosen mit Bundfalten. Durch das zusätzliche Gewicht am Saum fällt das Bein gerade und ruhig, was besonders bei weicheren, schwereren Stoffen ab etwa 330 Gramm pro Laufmeter sichtbar wird.
Nicht passend ist er bei formeller Abendkleidung: Smokinghose und Frackhose haben immer einen glatten Saum. Auch beim Cutaway und bei sehr festlichen Hochzeitsanzügen wählt man in der Regel keinen Aufschlag. Bei Flat-Front-Hosen ist er möglich, wirkt dort aber etwas legerer. Wer einen deutlichen Hosenbruch mag, sollte wissen, dass der Aufschlag beim Aufsetzen auf den Schuh stärker auffällt als ein glatter Saum.
Aufschlag beim Massanzug und in der Pflege
Bei der Masshose wird der Aufschlag auf die gewünschte Länge und den Bruch abgestimmt. Da er waagrecht verläuft, lässt sich die Hose hinten nicht schräg verlängern wie beim glatten Saum, deshalb wählt man mit Aufschlag meist einen leichten Bruch oder gar keinen.
Im Alltag sammeln sich im Aufschlag gern Krümel und Strassenstaub. Es lohnt sich, ihn beim Ausbürsten der Hose umzuklappen und kurz auszuklopfen. Beim Bügeln wird der Aufschlag mit einem feuchten Tuch scharf gedrückt, damit die Kante sauber bleibt. Tipp: Lassen Sie bei einer neuen Hose etwas Stoffreserve im Saum, so kann später ein Aufschlag ergänzt oder entfernt werden.
Häufige Fragen zu «Hosenaufschlag»
Wie breit sollte ein Hosenaufschlag sein?
Bei Anzughosen meist zwischen 3,5 und 4,5 Zentimetern. Kleinere Männer wählen eher 3 bis 3,5 Zentimeter, sehr grosse bis 5 Zentimeter. Entscheidend ist das Verhältnis zur Beinlänge und Saumweite.
Darf man zum Smoking einen Hosenaufschlag tragen?
Nein. Smoking- und Frackhosen haben traditionell einen glatten Saum, oft mit seitlichem Galonstreifen. Der Aufschlag gilt als Merkmal der Tageskleidung.
Kann man einen Aufschlag nachträglich anbringen lassen?
Nur, wenn im Saum genug Stoff vorhanden ist, meist rund 9 bis 10 Zentimeter. Bei vielen Konfektionshosen reicht die Reserve nicht. Bei einer Masshose sollte man den Wunsch deshalb von Anfang an angeben.






