Hahnentritt
Auch: Pied-de-poule · Houndstooth · Pepita
Hahnentritt ist ein zweifarbiges Webmuster aus kleinen, gezackten Karos, deren Form an den Fussabdruck eines Huhns erinnert. Es entsteht in Köperbindung, indem sich in Kette und Schuss jeweils vier dunkle und vier helle Fäden abwechseln. Auf Englisch heisst das Muster Houndstooth, auf Französisch Pied-de-poule.

Herkunft und Webtechnik
Das Muster stammt aus dem schottischen Tiefland, wo es seit dem 19. Jahrhundert in Wollstoffen gewebt wurde, zunächst vor allem für Plaids und Jagdkleidung. Später übernahmen Schneider in London und Paris das Muster für Sakkos und Mäntel.
Die typische gezackte Form entsteht nicht durch Druck, sondern allein durch die Webart. In einer 2/2-Köperbindung wechseln sich in Kette und Schuss jeweils Gruppen von vier dunklen und vier hellen Fäden ab. Wo sich die Gruppen kreuzen, bilden die schrägen Köpergrate die charakteristischen Spitzen. Weil das Muster im Gewebe liegt, ist es auf beiden Stoffseiten sichtbar und bleibt auch nach Jahren unverändert.
Hahnentritt, Pepita und Glencheck
Die Grösse des Rapports bestimmt die Wirkung. Klassischer Hahnentritt hat Karos von etwa 5 bis 10 Millimetern. Grosser Hahnentritt mit 2 Zentimetern und mehr wirkt auffällig und eignet sich eher für Mäntel und Sportsakkos.
Pepita ist eine sehr kleine Variante mit nur wenigen Millimetern Rapport, die aus der Distanz fast wie eine Struktur wirkt. Der Name wird auf die spanische Tänzerin Pepita de Oliva zurückgeführt, die im 19. Jahrhundert ein solches Kleid trug. Im Glencheck tauchen Hahnentritt-Felder als Bausteine auf: Dort wechseln sich Flächen in Hahnentritt mit fein gestreiften Feldern ab, wodurch das grössere Karo entsteht.
Hahnentritt im Massanzug
Hahnentritt ist anspruchsvoll in der Verarbeitung. Damit die Zacken an Nähten, Taschenpatten und Kragen nicht versetzt wirken, muss das Muster beim Zuschnitt sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. Das braucht mehr Stoff als ein unifarbener Anzug, oft 10 bis 20 Zentimeter zusätzlich.
Typische Stoffe sind Kammgarn und Flanell zwischen 280 und 360 Gramm pro Laufmeter für Anzüge sowie Tweed für Sakkos. Klassisch ist Schwarz-Weiss oder Braun-Beige, eleganter wirken Ton-in-Ton-Varianten wie Dunkelgrau auf Mittelgrau. Unter den über 1’000 Anzugstoffen bei The Sartorialist lassen sich in der Beratung passende Hahnentritt- und Pepita-Varianten direkt im Musterbuch vergleichen.
Kombinieren und Anlass
Ein Hahnentritt-Sakko ist ein Kombinationsteil für Herbst und Winter. Es passt zu Hosen in Grau, Dunkelbraun oder Oliv und zu unifarbenen Hemden in Weiss oder Hellblau. Die Krawatte bleibt am besten einfarbig, etwa aus Strick oder Wollchallis, damit sich zwei Muster nicht beissen.
Als ganzer Anzug ist Hahnentritt vor allem in kleinen, ruhigen Rapports bürotauglich. In konservativen Branchen gilt er als Freizeitmuster und wird eher am Freitag oder bei Anlässen mit Business-Casual-Dresscode getragen. Für Hochzeiten auf dem Land oder im Herbst ist ein Dreiteiler in braunem Hahnentritt eine Alternative zum klassischen Blau.
Häufige Fragen zu «Hahnentritt»
Was ist der Unterschied zwischen Hahnentritt und Pepita?
Pepita ist eine sehr kleine Form des Hahnentritts mit nur wenigen Millimetern Rapport. Die Webtechnik ist dieselbe, die Wirkung aus der Distanz aber viel ruhiger.
Kann man Hahnentritt im Büro tragen?
Ja, vor allem in kleinen Rapports und gedeckten Farben. In sehr formellen Umgebungen gilt das Muster aber eher als Kombinationsmuster für das Sakko.
Welche Krawatte passt zu Hahnentritt?
Am sichersten ist eine einfarbige Krawatte in Strick, Wolle oder Grenadine. Muster in der Krawatte sollten deutlich grösser oder kleiner sein als der Hahnentritt.






