Besuchen Sie unseren Showroom an der Kuttelgasse 7, Zürich.Termin buchen
Glossar · Stoffe

Tweed

Auch: Harris Tweed · Donegal Tweed · Tweedstoff

Tweed ist ein robuster, meist mehrfarbig melierter Wollstoff aus Streichgarn, ursprünglich aus Schottland und Irland. Er ist dicht gewebt, wärmt gut und hält Wind und leichten Regen ab. Tweed wird vor allem für Sakkos, Westen und Mäntel verwendet.

Tweedstoffe von Holland & Sherry mit Karos in Blau, Grün und Orange sowie braunem Hahnentritt

Herkunft und Name

Tweed entstand in den schottischen Borders und auf den Hebriden als Gebrauchsstoff für Bauern, Fischer und Jäger. Der Name geht der Überlieferung nach auf einen Lesefehler zurück: Ein Londoner Händler soll um 1830 das schottische Wort «tweel» für Köper als «tweed» verstanden haben, in Anlehnung an den Fluss Tweed, an dem viele Webereien lagen.

Im 19. Jahrhundert machte der britische Adel Tweed zur Kleidung für Jagd und Landsitz. Daraus entstanden die Estate Tweeds: eigene Muster und Farben für einzelne Güter, die von Wildhütern und Gästen getragen wurden und farblich auf die Landschaft abgestimmt waren. Viele heutige Karos gehen auf diese Gutsmuster zurück.

Die bekanntesten Arten

Harris Tweed ist gesetzlich geschützt: Er muss auf den Äusseren Hebriden von Inselbewohnern zu Hause von Hand gewebt werden, aus reiner Schurwolle, die auf den Inseln gefärbt und gesponnen wurde. Erkennbar ist er am Siegel mit dem Reichsapfel.

Donegal Tweed aus dem Nordwesten Irlands zeigt bunte Noppen auf ruhigem Grund. Shetland Tweed wird aus der weichen Wolle der Shetlandschafe gefertigt und ist leichter und feiner im Griff. Saxony-Tweeds aus feiner Merinowolle sind glatter und weniger rustikal und eignen sich auch für Anzüge in der Stadt. Typische Muster sind Fischgrat, Hahnentritt, Glencheck und Überkaros in kräftigen Farben.

Woran man Tweed erkennt

Tweed fühlt sich trocken, fest und etwas rau an. Hält man ihn ins Licht, sieht man in einem einzigen Faden viele verschiedenfarbige Fasern: Die Wolle wird vor dem Spinnen in mehreren Tönen gemischt, wodurch die typische melierte Tiefe entsteht. Ein grün wirkender Tweed kann aus der Nähe Fasern in Blau, Gelb und Rot enthalten.

Das Gewicht liegt deutlich über dem eines Anzugkammgarns, klassisch zwischen 400 und 600 g/m, bei leichteren Qualitäten ab etwa 330 g/m. Ein Tweedsakko steht beinahe von selbst und verliert seine Form auch nach Jahren kaum. Gut gemachter Tweed verträgt Regen, Dornen und Rucksackriemen, ohne sichtbar zu leiden.

Wann trägt man Tweed?

Tweed ist ein Stoff für Herbst und Winter und für informelle Anlässe: Wochenende, Ausflüge, ein Abendessen im Restaurant oder ein Büro ohne strengen Dresscode. In der Stadt wirkt ein Tweedsakko mit Flanellhose, Oxfordhemd und Strickkrawatte gepflegt, ohne nach Geschäftstermin auszusehen.

Ein kompletter Tweedanzug, eventuell als Dreiteiler mit Weste, ist ein Statement und passt gut zu einer Hochzeit auf dem Land im Herbst oder zu einem Jagdanlass. Für formelle Abendanlässe, wichtige Verhandlungen oder den Sommer ist Tweed nicht geeignet. Im Alltag funktioniert Tweed auch mit Jeans oder Cordhosen und einem Rollkragenpullover.

Tweed beim Massanzug

Die Steifigkeit von Tweed verlangt einen sauberen Schnitt. Eine Full-Canvas-Verarbeitung, wie sie bei allen Anzügen von The Sartorialist Standard ist, lässt das Vorderteil trotz des schweren Stoffs natürlich über die Brust fallen.

Zum Charakter passen aufgesetzte Taschen, ein Ticket Pocket, Seitenschlitze für Bewegungsfreiheit und Knöpfe aus Horn oder Leder. Bei karierten Tweeds sollte das Muster an Nähten, Taschen und Kragen aufeinander abgestimmt werden; das braucht mehr Stoff, ist aber der sichtbare Unterschied zur Konfektion. Weil Tweed warm ist, lohnt sich oft ein nur teilweise gefüttertes Sakko. Gepflegt wird Tweed mit Bürste, Lüften und einem breiten Bügel; nass gewordenen Tweed bei Raumtemperatur trocknen lassen, nie auf der Heizung.

Häufige Fragen zu «Tweed»

Ist Tweed kratzig?

Klassischer Tweed aus kräftiger Wolle kann am Hals und an den Handgelenken kratzen. Ein Futter und ein Hemd darunter verhindern den Hautkontakt meist vollständig. Shetland- und Saxony-Tweeds sind deutlich weicher.

Kann man Tweed im Büro tragen?

Ja, als Sakko zur grauen Hose ist Tweed in vielen Büros passend, besonders bei lockerem Dresscode. Für Verhandlungen, Banken oder formelle Termine ist ein glatter Kammgarnanzug die sicherere Wahl.

Was ist Harris Tweed?

Harris Tweed ist ein gesetzlich geschützter Tweed von den Äusseren Hebriden in Schottland. Er wird von Inselbewohnern zu Hause von Hand gewebt, aus Wolle, die auf den Inseln gefärbt und gesponnen wurde. Das Siegel mit dem Reichsapfel garantiert die Herkunft.

Termin buchen

Erleben Sie den Unterschied — bei einem Espresso im Showroom.

Eine umfassende und kostenlose Beratung an der Kuttelgasse 7 in Zürich. Beratungen ausserhalb von Zürich nach Absprache.

Anzug gestalten