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Glossar · Muster

Glencheck

Auch: Glen Urquhart Check · Prince of Wales Check · Prince-de-Galles

Der Glencheck ist ein Karomuster aus Schottland, bei dem sich Felder aus kleinem Hahnentritt mit Feldern aus feinen Streifen abwechseln. Aus der Ferne wirkt er grau meliert, aus der Nähe erkennt man ein grosses, verschachteltes Karo. Mit zusätzlichem farbigem Überkaro wird er oft «Prince-of-Wales-Check» genannt.

Stoffe von Holland & Sherry mit schwarz-weissem Hahnentritt, grauem Glencheck und blauem Karo

Herkunft

Der Name geht auf Glen Urquhart zurück, ein Tal am Loch Ness in den schottischen Highlands. Im 19. Jahrhundert liess die Gräfin von Seafield für die Wildhüter und Bediensteten ihres dortigen Anwesens ein eigenes Muster weben, einen sogenannten Estate Check.

Bekannt wurde das Muster, als Edward VII., damals Prinz von Wales, es trug. Sein Enkel, der spätere Herzog von Windsor, machte es in den 1920er und 1930er Jahren endgültig zum Klassiker der Herrenmode. Daher stammt die Bezeichnung «Prince of Wales Check», die heute meist für Glenchecks mit farbigem Überkaro verwendet wird.

Woran man Glencheck erkennt

Ein Glencheck besteht aus zwei sich abwechselnden Strukturen. In den grösseren Feldern liegt ein kleines Hahnentrittmuster, entstanden durch die Fadenfolge vier dunkle, vier helle Fäden. In den schmaleren Feldern wechseln je zwei dunkle und zwei helle Fäden, was feine Linien ergibt.

Wo sich diese Bereiche in Kette und Schuss kreuzen, entsteht das charakteristische grosse Karo mit unterschiedlich dichten Flächen. Klassisch ist Schwarz-Weiss oder Grau, häufig ergänzt um ein feines Überkaro in Blau, Rost oder Bordeaux. Die Rapportgrösse reicht von unter 2 cm bei feinen Business-Stoffen bis über 10 cm bei kräftigen Sakkostoffen.

Wann trägt man Glencheck?

Glencheck steht zwischen Business und Freizeit. Ein kleiner, grauer Glencheck ohne Überkaro ist im Büro so selbstverständlich wie ein Uni-Anzug, hat aber mehr Tiefe. Grössere Muster mit kräftigem Überkaro wirken britisch und selbstbewusst und passen eher zu Sakko-Kombinationen, Herbstanlässen oder einer Hochzeit auf dem Land.

Weil das Muster selbst bewegt ist, braucht es ruhige Partner: ein einfarbiges Hemd in Weiss oder Hellblau, eine Krawatte in Uni oder mit grossem, ruhigem Muster. Zum Glencheck-Sakko passt eine einfarbige Hose in Grau, Marine oder Braun. Zwei Karos übereinander sollte man nur mit viel Übung kombinieren.

Glencheck beim Massanzug

Karos sind die Prüfung für jeden Zuschnitt. Bei einem Glencheck müssen die Linien an der vorderen Mitte, an den Taschenpatten, an der Rückennaht, am Kragen und an den Ärmeln anschliessen. Dieser Musterabgleich braucht mehr Stoff und mehr Zeit, ist aber der sichtbare Unterschied zu einfacher Konfektion.

Bei grossen Rapporten empfiehlt sich eine eher schlichte Ausstattung, etwa Pattentaschen und dezente Knöpfe, damit das Muster wirken kann. Glenchecks gibt es als Ganzjahresstoffe in Kammgarn und als Winterqualitäten in Flanell. Ein grauer Glencheck lässt sich zudem gut zerlegen: Das Sakko funktioniert allein zur Flanellhose, die Hose allein zum dunkelblauen Sakko.

Häufige Fragen zu «Glencheck»

Was ist der Unterschied zwischen Glencheck und Prince of Wales?

Beide beruhen auf demselben Grundmuster. Als Prince-of-Wales-Check bezeichnet man meist einen Glencheck mit zusätzlichem farbigem Überkaro. Im Alltag werden die Begriffe oft gleichbedeutend verwendet.

Ist ein Glencheck-Anzug für das Büro geeignet?

Ja, vor allem kleine, graue oder blaue Glenchecks ohne kräftiges Überkaro. Grosse, kontrastreiche Muster wirken legerer und passen besser zu Sakkos und informellen Anlässen.

Welche Krawatte passt zu Glencheck?

Am sichersten eine einfarbige Krawatte, etwa in Marine, Bordeaux oder Dunkelgrün, oder eine Strickkrawatte. Wenn Muster, dann in deutlich anderem Massstab, zum Beispiel grosse Punkte. Feine Streifen oder kleine Karos konkurrieren mit dem Stoff.

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