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Glossar · Sakko

Futter

Auch: Sakkofutter · Innenfutter · Lining · Fodera

Das Futter ist die innere Stoffschicht eines Sakkos, die Nähte, Einlage und Polster verdeckt. Es lässt das Sakko leicht über Hemd und Strick gleiten und schont den Oberstoff. Man unterscheidet Vollfutter, Halbfutter und ungefütterte Sakkos.

Zeichnung der Innenansicht eines Sakkos mit Vollfutter

Wozu ein Sakko ein Futter hat

Ein Sakko besteht innen aus Brusteinlage, Schulterpolster, Nahtzugaben und Taschenbeuteln. Das Futter deckt diese Schichten ab, damit nichts scheuert und das Innenleben sauber aussieht. Zugleich erfüllt es eine mechanische Aufgabe: Ein glattes Futter lässt den Arm mühelos in den Ärmel gleiten und verhindert, dass der Wollstoff am Hemd oder am Pullover haftet.

Dazu kommt die Haltbarkeit. Schweiss und Reibung treffen zuerst das Futter und nicht den Oberstoff. Ein abgenutztes Futter kann ein Schneider ersetzen, ein durchgescheuerter Oberstoff ist dagegen kaum zu retten. Im Rücken des Futters liegt eine eingebügelte Bewegungsfalte, die beim Vorbeugen Weite gibt, damit das Futter nicht reisst und den Oberstoff nicht nach innen zieht.

Vollfutter, Halbfutter, ungefüttert

Beim Vollfutter ist das gesamte Sakko innen ausgekleidet, vom Vorderteil über den Rücken bis in die Ärmel. Diese Variante ist die Regel bei Business- und Winteranzügen aus Kammgarn oder Flanell, denn sie wärmt etwas und gibt dem Sakko eine ruhige Linie.

Beim Halbfutter bleibt ein Teil des Rückens offen, meist das untere Drittel oder ein «Schmetterling» im Schulterbereich. Das spart Gewicht und Wärme, verlangt aber sauber versäuberte, oft mit Band eingefasste Innennähte, weil sie sichtbar bleiben.

Ungefütterte Sakkos tragen nur noch Ärmelfutter, damit der Arm gleitet, alle anderen Nähte sind eingefasst. Diese Bauart passt zu Leinen, Seide-Leinen und leichter Hopsack-Wolle für Sommer und Reise. Im Konfigurator «Styles & Options» lassen sich alle drei Varianten wählen.

Materialien: Cupro, Viskose, Seide

Das gängigste hochwertige Futter ist Cupro, oft unter dem Markennamen Bemberg bekannt. Es wird aus Baumwoll-Linters, also den kurzen Fasern an den Baumwollsamen, regeneriert, ist atmungsaktiv, nimmt Feuchtigkeit auf und lädt sich kaum statisch auf. Viskose ist ähnlich angenehm, aber etwas weniger strapazierfähig. Polyester ist günstig und robust, staut jedoch Wärme und fühlt sich bei Hitze klebrig an, weshalb es in einem Massanzug selten verwendet wird.

Seidenfutter wirkt luxuriös und glänzt schön, ist aber empfindlicher gegen Abrieb und Schweiss. Es kommt deshalb eher bei Smokings und Abendjacken zum Einsatz. Für Ärmel wählt man oft ein separates, gestreiftes Futter, weil es klassisch aussieht und Abnutzung weniger zeigt.

Farbe und Muster wählen

Das Futter ist der Teil des Anzugs, den man beim Öffnen des Sakkos sieht, und damit ein Ort für persönliche Gestaltung. Die zurückhaltende Lösung ist ein Ton, der zum Oberstoff passt: Marine zu Marine, Bordeaux oder Tabak zu Grau, Altrosa zu Hellgrau. Kontrastfarben wie Kobaltblau, Smaragdgrün oder ein Paisleymuster setzen ein Statement, ohne dass es von aussen auffällt.

Bei einem Sommer-Sakko mit Halbfutter sollte das Futter möglichst leicht und hell sein, damit es nicht durch einen dünnen Leinenstoff durchscheint. Ein persönliches Monogramm wird häufig in das Futter auf Brusthöhe gestickt, direkt neben der Innentasche. Bei The Sartorialist stimmen wir Futter, Knöpfe und Monogramm in der kostenlosen Beratung von 60 bis 90 Minuten gemeinsam ab.

Häufige Fragen zu «Futter»

Welches Futter ist das beste für ein Sakko?

Für die meisten Anzüge ist Cupro (Bemberg) die beste Wahl, weil es atmet, Feuchtigkeit aufnimmt und sich nicht statisch auflädt. Seide ist edler, aber empfindlicher. Polyester ist robust, aber bei Wärme unangenehm.

Ist ein ungefüttertes Sakko schlechter verarbeitet?

Nein, eher im Gegenteil. Ohne Futter sind alle Innennähte sichtbar und müssen sauber eingefasst sein, was zusätzliche Handarbeit bedeutet. Ungefütterte Sakkos sind schlicht für warme Tage gedacht.

Kann man das Futter eines Sakkos ersetzen lassen?

Ja. Ein abgetragenes oder gerissenes Futter kann ein Schneider vollständig oder teilweise erneuern, ohne den Oberstoff zu verändern. Das verlängert die Lebensdauer eines guten Sakkos um Jahre.

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