Hochzeitsweste
Auch: Weste Hochzeit Herren · Bräutigam Weste · Wedding Waistcoat
Eine Hochzeitsweste ist die Weste, die der Bräutigam oder Trauzeuge an der Hochzeit unter dem Sakko trägt. Sie ist entweder aus dem Anzugstoff gefertigt und macht den Anzug zum Dreiteiler oder sie setzt in Farbe und Stoff einen bewussten Kontrast. Spätestens beim Tanz ohne Sakko wird sie zum sichtbarsten Teil des Outfits.

Passend oder im Kontrast
Die erste Entscheidung betrifft den Stoff. Eine Weste aus dem gleichen Stoff wie Sakko und Hose wirkt ruhig, geschlossen und elegant. Sie macht den Anzug zum Dreiteiler und lässt sich nach der Hochzeit problemlos mit dem Anzug weitertragen.
Eine Kontrastweste setzt einen eigenen Akzent. Klassisch ist eine hellgraue oder taubengraue Weste zum Cutaway oder Stresemann. Zu einem marineblauen Anzug passen Westen in Hellgrau, Beige oder einem gedeckten Blaugrau, zu einem beigen Sommeranzug eine Weste in Hellblau oder Salbei. Gemusterte Westen in feinem Glencheck oder kleinem Karo bringen Tiefe ins Bild. Sehr glänzende Westen aus Satin oder Brokat wirken dagegen schnell kostümiert, ausser bei bewusst historisch inspirierten Hochzeiten.
Schnitte für den Hochzeitstag
Die einreihige Weste mit fünf oder sechs Knöpfen ist der Standard. Sie ist hoch genug geschlossen, um unter dem offenen Sakko sichtbar zu sein, und trägt nicht auf. Eine Weste mit Revers, entweder als kleines Fallrevers oder als Schalkragen, wirkt festlicher und hebt den Bräutigam deutlich hervor.
Zweireihige Westen mit sechs oder acht Knöpfen sind besonders elegant, verlangen aber eine schlanke Silhouette, weil sie mehr Stoff über dem Bauch haben. Ein tiefer, U-förmiger Ausschnitt ist der Abendweste zum Smoking oder Frack vorbehalten und eignet sich für den Tag nicht. Der unterste Knopf bleibt bei einreihigen Westen offen; bei Westen mit gerade abgeschnittenem Saum wird er geschlossen.
Ohne Sakko: der Rücken zählt
Viele Bräutigame ziehen spätestens beim Eröffnungstanz das Sakko aus. Dann ist die Rückseite der Weste sichtbar, die bei Standardwesten aus Futterstoff besteht und mit einer Schnalle verstellt wird. Auf Fotos fällt der glänzende Futterrücken stark auf.
Wer weiss, dass er ohne Sakko feiern wird, kann bei einer Massweste einen Rücken aus dem Oberstoff wählen. Die Weste sieht dann von allen Seiten gleich aus und lässt sich wie ein eigenständiges Kleidungsstück tragen. Die Rückenschnalle entfällt, weil die Weste auf Mass passt. Ebenso wichtig ist die Länge: Die Weste muss den Hosenbund auch beim Tanzen und beim Heben der Arme vollständig verdecken. Hosenträger statt Gürtel helfen dabei, weil die Hose dann höher und ruhiger sitzt.
Hochzeitsweste beim Massanzug
Bei einem Massanzug wird die Weste mit vermessen und auf die Hosenhöhe abgestimmt. So entsteht kein Spalt zwischen Weste und Bund, und der Schnitt der Vorderkante folgt dem Sakko. Im Online-Konfigurator «Styles & Options» lassen sich Knopfanzahl, Revers, Taschen und Rückenstoff der Weste auswählen und anschliessend in der Beratung mit Stoffmustern besprechen.
Eine nachträglich bestellte Weste aus dem Anzugstoff ist möglich, solange der Stoff noch lieferbar ist. Sicherer ist es, die Weste gleich mit dem Anzug zu bestellen. Für eine Kontrastweste lohnt es sich, den Stoff zusammen mit Krawatte und Hemd zu wählen, damit drei Muster und Farben nicht miteinander konkurrieren.
Häufige Fragen zu «Hochzeitsweste»
Muss die Weste aus dem gleichen Stoff wie der Anzug sein?
Nein. Eine Weste aus dem Anzugstoff wirkt ruhig und klassisch, eine Kontrastweste in Grau, Beige oder einem gedeckten Farbton setzt einen bewussten Akzent. Beides ist an Hochzeiten verbreitet.
Bleibt der unterste Westenknopf offen?
Bei einreihigen Westen mit spitz auslaufenden Enden ja. Bei zweireihigen Westen und bei Westen mit gerade abgeschnittenem Saum werden alle Knöpfe geschlossen.
Kann man an der Hochzeit nur Weste ohne Sakko tragen?
Zur Trauung und zum Essen gehört das Sakko dazu. Beim Tanz und bei Hitze ist eine Weste ohne Sakko üblich; dann lohnt sich ein Rücken aus Oberstoff statt Futter.






