Plastron
Auch: Hochzeitskrawatte · Ascot · Day Cravat
Ein Plastron ist eine breite, flach unter dem Hemdkragen gebundene Halsbinde aus Seide, die mit einer Nadel auf der Brust festgesteckt wird. Es gehört traditionell zum Cutaway und wird heute vor allem von Bräutigamen zu Weste und Hochzeitsanzug getragen. Im Unterschied zur Krawatte fällt es breit und flächig über die Hemdbrust.

Herkunft und Begriff
Das Wort kommt aus dem Französischen und bezeichnete ursprünglich einen Brustpanzer, später die Brustplatte beim Fechten. Übertragen auf die Kleidung meint es eine Halsbinde, die einen Teil der Hemdbrust wie eine Platte bedeckt.
Im 19. Jahrhundert war das Plastron ein gängiger Teil der Tageskleidung: eine breite Seidenbinde, die mit einer Perlnadel festgesteckt und unter einer hoch geschnittenen Weste getragen wurde. In England heisst diese Form «Ascot», nach dem Pferderennen, bei dem sie zum Cutaway getragen wurde. Mit der modernen Krawatte verschwand das Plastron aus dem Alltag und blieb vor allem an Hochzeiten erhalten. Im deutschsprachigen Raum wird «Plastron» heute oft synonym für eine festliche Hochzeitskrawatte verwendet.
Woran man ein Plastron erkennt
Ein echtes Plastron ist an der breitesten Stelle 10 bis 14 Zentimeter breit, deutlich mehr als eine Krawatte mit 7 bis 9 Zentimetern. Es liegt flach auf der Hemdbrust, wird von einer Nadel gehalten und verschwindet unten in der Weste. Ohne Weste wirkt es unvollständig, weil die breite Fläche dann frei endet.
Viele Modelle für Hochzeiten sind vorgebunden: Der Knoten ist fest vernäht, die Halsschlaufe wird hinten mit einem Haken oder Klettverschluss geschlossen. Das erleichtert das Anziehen, wirkt aber etwas starrer. Typische Materialien sind Seidenjacquard, Seidensatin oder Seidenrips, häufig mit feinem Paisley, Punkten oder Ton-in-Ton-Muster. Farben sind Silbergrau, Champagner, Hellblau, Altrosa oder ein Ton aus dem Brautkleid.
Binden und feststecken
Ein Plastron zum Selbstbinden wird um den Hals gelegt, das breitere Ende hängt länger. Es wird einmal um das kürzere Ende geführt und von unten durch die Halsschlaufe gezogen, ähnlich einem einfachen Knoten. Danach werden beide Enden flach übereinandergelegt, das breite Ende oben, und die Falten sorgfältig glatt gestrichen.
Die Plastronnadel, oft mit Perle oder kleinem Stein, wird etwa 5 Zentimeter unterhalb des Knotens senkrecht durch beide Lagen gesteckt. Sie hält das Plastron flach und ist zugleich Schmuck. Der Hemdkragen bleibt meist aufgestellt oder ist ein Kläppchenkragen, damit die Binde sauber sitzt. Wer unsicher ist, übt das Binden ein paar Tage vor der Hochzeit.
Wozu es passt
Das Plastron entfaltet seine Wirkung nur zusammen mit einer Weste. Am stimmigsten ist es zum Cutaway oder Stresemann, wo es historisch hingehört. Zu einem Dreiteiler für die Hochzeit passt es ebenfalls, wenn die Weste hoch genug geschlossen ist, damit nur der obere Teil sichtbar bleibt.
Zu einem Zweiteiler ohne Weste, zu einem Smoking oder zu einer lockeren Gartenhochzeit passt es nicht. Beim Smoking ist die Fliege fest vorgegeben, bei einer lockeren Feier wirkt das Plastron kostümiert. Weil es sehr festlich ist, tragen es in der Regel nur der Bräutigam und allenfalls die Väter; Trauzeugen wählen eine Krawatte, damit der Bräutigam hervorgehoben bleibt.
Häufige Fragen zu «Plastron»
Was ist der Unterschied zwischen Plastron und Krawatte?
Ein Plastron ist deutlich breiter, liegt flach auf der Hemdbrust und wird mit einer Nadel festgesteckt. Eine Krawatte ist schmaler, wird mit einem Knoten gebunden und hängt frei bis zum Gürtel.
Kann man ein Plastron ohne Weste tragen?
Davon ist abzuraten. Das breite Ende des Plastrons verschwindet normalerweise in der Weste; ohne sie wirkt es unvollständig und zu breit.
Ist ein Plastron dasselbe wie ein Ascot?
Im Prinzip ja, «Ascot» ist die englische Bezeichnung für die festgesteckte breite Halsbinde zum Cutaway. Im Deutschen wird Ascot zudem für das lockere Halstuch im offenen Hemdkragen verwendet, das mit dem Plastron wenig gemein hat.






