Anprobe
Auch: Fitting · Baste-Anprobe · Prova
Eine Anprobe ist der Termin, bei dem ein Kleidungsstück vor oder bei der Fertigstellung am Körper des Kunden kontrolliert und korrigiert wird. Beim Massanzug prüft der Schneider dabei Länge, Weite, Schulter, Kragen und Balance. Wie viele Anproben nötig sind, hängt vom Verfahren ab.

Arten von Anproben
In der Bespoke-Schneiderei unterscheidet man meist drei Stufen. Die Baste-Anprobe zeigt das Sakko nur lose mit weissem Heftfaden zusammengefügt, oft ohne Kragen und mit einem Ärmel. Hier wird die Grundform korrigiert. Bei der Vorwärts-Anprobe, englisch «forward fitting», ist das Sakko schon weitgehend genäht, Kragen und Ärmel sind angesetzt. Bei der Schlussanprobe werden letzte Details wie Ärmellänge und Hosensaum festgelegt.
Beim Made-to-Measure-Verfahren entfällt die Baste-Anprobe, weil der Schnitt auf einem bewährten Grundmodell beruht. Kontrolliert wird hier am fertigen oder fast fertigen Kleidungsstück. Kleine Anpassungen werden dann direkt vor der Übergabe vorgenommen.
Was bei der Anprobe geprüft wird
Zuerst die Schulter: Die Schulternaht sollte am Ende des Schulterknochens liegen, der Ärmel ohne Delle darunter fallen. Dann der Kragen: Er muss am Hemdkragen anliegen, ohne Abstand und ohne Wulst im Nacken. Im Rücken sollten keine Querfalten unter dem Kragen und keine Zugfalten von der Schulter zur Taille entstehen.
Die Balance beschreibt, ob die Vorderteile gerade hängen und sich unten schliessen, ohne auseinanderzuklaffen. Geschlossen sollte der Knopf ohne X-förmige Zugfalten sitzen. Bei der Hose zählen Bundsitz, Gesässweite, Oberschenkel und Länge. Am Ende steht die Ärmellänge, meist so, dass 1 bis 1,5 cm Hemdmanschette sichtbar bleiben.
Vorbereitung auf die Anprobe
Bringen Sie die Schuhe mit, die Sie zum Anzug tragen werden. Die Absatzhöhe verändert die Hosenlänge um bis zu einen Zentimeter. Ziehen Sie ein Hemd an, das in Kragen- und Ärmelweite dem Hemd entspricht, das Sie später darunter tragen.
Leeren Sie die Taschen nicht nur am Termin, sondern überlegen Sie, was Sie im Alltag im Sakko tragen: Ein Telefon in der Innentasche zieht das Vorderteil nach unten und sollte bei der Anprobe mitgedacht werden. Stehen Sie natürlich, ohne den Bauch einzuziehen oder die Schultern bewusst zurückzunehmen. Der Schneider braucht Ihre echte Haltung, nicht eine angespannte Pose.
Anprobe und Abholung bei The Sartorialist
Bei The Sartorialist ist ein Massanzug 20 Arbeitstage nach der Bestellung abholbereit. Abgeholt wird im Showroom an der Kuttelgasse 7 in Zürich, wo Sie Sakko und Hose anziehen und Sitz sowie Längen kontrollieren können. Grundlage dafür ist das Massnehmen mit über 30 Parametern zu Beginn, das spätere Korrekturen von vornherein klein hält.
Planen Sie vor einem festen Termin wie einer Hochzeit etwas Reserve ein. Gerade Bräutigame verändern vor dem grossen Tag oft noch ihr Gewicht. Zwei bis drei Wochen zwischen Abholung und Anlass lassen genug Zeit, um falls nötig noch einen Saum oder eine Ärmellänge anzupassen.
Häufige Fragen zu «Anprobe»
Wie viele Anproben braucht ein Massanzug?
Bei Made to Measure meist keine oder eine, bei Bespoke typischerweise zwei bis drei. Die Zahl hängt auch von der Figur und dem Stoff ab.
Was soll ich zur Anprobe mitnehmen?
Die Schuhe, die Sie zum Anzug tragen, ein passendes Hemd und gegebenenfalls einen Gürtel. Gegenstände, die Sie im Alltag in den Sakkotaschen tragen, helfen ebenfalls bei der Beurteilung.
Wie lange dauert eine Anprobe?
Meist 20 bis 45 Minuten. Baste-Anproben bei Bespoke können länger dauern, weil mehr Korrekturen markiert werden.






