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Glossar · Grundlagen

Made to Measure

Auch: MTM · Mass-Konfektion · Su misura

Made to Measure (MTM) ist ein Verfahren, bei dem ein bestehender, bewährter Grundschnitt anhand der individuellen Körpermasse und Haltung des Kunden angepasst wird. Im Unterschied zu Bespoke entsteht kein komplett neues Schnittmuster von Grund auf. Stoff und Details sind trotzdem frei wählbar.

Drei Schneider im Anzug beugen sich in einer Werkstatt über einen Zuschneidetisch, an der Wand hängen Schnittmuster aus Karton

Wie Made to Measure funktioniert

Grundlage ist ein Grundschnitt, oft in mehreren Passformen wie schmal, klassisch oder bequem. Der Schneider nimmt Mass und hält Haltungsmerkmale fest. Diese Werte werden auf den Grundschnitt übertragen: Ärmel verlängert, Rücken verkürzt, Schulter abgesenkt, Taille enger gesetzt, Bauchzugabe ergänzt. Moderne Ateliers arbeiten dafür mit digitalen Schnittsystemen, die jede Korrektur millimetergenau umsetzen.

Danach wird der Stoff einzeln zugeschnitten, also nicht im Stapel wie in der Konfektion. Das Ergebnis ist ein Kleidungsstück, das nur für eine Person passt, aber auf einer erprobten Konstruktion basiert. Gerade bei Sakkos ist das ein Vorteil, weil Proportionen wie Reversbreite, Knopfhöhe und Taschenposition bereits ausbalanciert sind.

Abgrenzung zu Bespoke und Konfektion

Made to Measure liegt zwischen den beiden Polen. Konfektion produziert in genormten Grössen, etwa 48, 50 oder 52, und Änderungen sind nachträglich nur begrenzt möglich. Bespoke erstellt für jeden Kunden ein eigenes Papierschnittmuster von Hand und braucht in der Regel mehrere Anproben am halbfertigen Stück.

MTM übernimmt von Bespoke die individuelle Passform und die freie Wahl von Stoff und Details, von der Konfektion die effizientere Fertigung. Die Grenze liegt bei extremen Körperformen: Sehr ausgeprägte Asymmetrien oder starke Haltungsabweichungen lassen sich mit einem echten Bespoke-Schnitt besser lösen. Für die grosse Mehrheit der Kunden ist der Unterschied in der Passform jedoch kleiner als oft angenommen, sofern die Masse sorgfältig genommen werden.

Was Sie bei Made to Measure wählen können

Die Auswahl betrifft fast alle sichtbaren Elemente. Beim Sakko: Ein- oder Zweireiher, Reversform und -breite, Brusttasche, Seitentaschen mit Patte oder aufgesetzt, Ticket-Tasche, Rückenschlitz, Anzahl der Ärmelknöpfe, Funktionsknopflöcher, Futter, Monogramm. Bei der Hose: Bundfalten, Seitenregulierer oder Gürtelschlaufen, Taschenform, Gesässtaschen und Aufschlag.

Auch die Konstruktion lässt sich oft bestimmen, etwa eine weiche neapolitanische Schulter statt einer gepolsterten. Viele dieser Optionen kann man im Voraus online durchgehen. Bei The Sartorialist bildet der Konfigurator «Styles & Options» die Wahlmöglichkeiten für Sakko, Hose, Weste und Smoking mit Illustrationen ab, damit Sie im Termin gezielt entscheiden können.

Qualität hängt nicht am Verfahren allein

Made to Measure sagt nur etwas über die Schnitterstellung aus, nicht über die Verarbeitung. Zwei MTM-Anzüge können sich stark unterscheiden: Der eine hat eine geklebte Einlage und maschinell eingesetzte Ärmel, der andere eine vernähte Rosshaar-Einlage und viele Handarbeitsschritte. Fragen Sie deshalb gezielt nach der Einlage, nach dem Fertigungsort und nach dem Stoff.

Bei The Sartorialist werden alle Anzüge mit Full Canvas verarbeitet und zu 100 % in Italien gefertigt. Gemessen werden über 30 Parameter, aus denen der individuelle Schnitt entsteht. Damit erreicht ein Made-to-Measure-Anzug eine Verarbeitungsqualität, die man sonst eher mit deutlich teureren Verfahren verbindet.

Häufige Fragen zu «Made to Measure»

Ist Made to Measure ein echter Massanzug?

Ja. Der Schnitt wird nach Ihren Massen angepasst und der Stoff einzeln zugeschnitten. Im Unterschied zu Bespoke basiert der Schnitt auf einem bestehenden Grundmodell.

Wie viele Anproben braucht Made to Measure?

Meist keine oder eine Anprobe vor der Fertigstellung, je nach Anbieter. Kleine Korrekturen an Ärmel- oder Hosenlänge werden bei der Abholung vorgenommen. Bespoke arbeitet dagegen typischerweise mit zwei bis drei Anproben.

Wird mein Schnitt für spätere Bestellungen gespeichert?

Bei seriösen Ateliers ja. Ihre Masse und Korrekturen bleiben hinterlegt, sodass Folgebestellungen schneller gehen. Bei deutlichen Gewichtsveränderungen sollten die Masse neu kontrolliert werden.

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