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Glossar · Stoffe

Cord

Auch: Cordsamt · Kord · Corduroy

Cord ist ein gerippter Samtstoff, meist aus Baumwolle, bei dem längs verlaufende Rippen aus aufgeschnittenen Florfäden entstehen. Die Zahl der Rippen pro Zoll bestimmt den Charakter: von feinem Babycord mit über 16 Rippen bis zu Breitcord mit 6 bis 8 Rippen. Cord ist ein warmer, robuster Stoff für Herbst und Winter.

Mann in braunem Sakko mit gestreifter Krawatte und weissem Einstecktuch vor erdfarbenem Hintergrund

Aufbau und Herstellung

Cord ist ein Schussflorgewebe. Neben dem Grundgewebe werden zusätzliche Schussfäden eingewoben, die in Schlaufen über dem Grund liegen. Nach dem Weben werden diese Schlaufen der Länge nach aufgeschnitten und aufgebürstet. So entstehen die samtigen Rippen, zwischen denen das flache Grundgewebe als Rille sichtbar bleibt.

Die verbreitete Erzählung, der Name stamme vom französischen «corde du roi», also Stoff des Königs, ist sprachgeschichtlich nicht belegt. Gesichert ist, dass gerippte Baumwollsamte im 18. Jahrhundert in England industriell hergestellt wurden und als strapazierfähiger Stoff für Arbeits- und Jagdkleidung galten.

Rippenbreite und Gewicht

Die Rippenzahl wird pro Zoll angegeben, englisch «Wales». Babycord oder Feincord hat 16 bis 21 Rippen und wirkt fast wie Samt, er eignet sich für Hemden und leichte Hosen. Mittelcord mit 10 bis 12 Rippen ist der klassische Anzug- und Sakkostoff. Breitcord mit 6 bis 8 Rippen ist rustikal und vor allem für Hosen und Freizeitsakkos verbreitet.

Für Anzüge und Sakkos haben sich Gewichte von etwa 300 bis 450 Gramm pro Laufmeter bewährt. Leichtere Qualitäten knittern und verlieren schneller die Form. Neben reiner Baumwolle gibt es Mischungen mit etwas Elasthan für Bewegungsfreiheit oder mit Wolle und Kaschmir für einen weicheren Griff.

Cord im Massanzug

Cord hat einen Strich: Die Florfäden neigen sich in eine Richtung. Alle Teile eines Anzugs müssen deshalb in derselben Richtung zugeschnitten werden, sonst wirkt ein Ärmel heller als der andere. Üblich ist der Zuschnitt mit Strich nach oben, was die Farbe tiefer erscheinen lässt.

Für Cordsakkos passen weiche Konstruktionen mit natürlicher Schulter, aufgesetzten Taschen und Halbfutter. Hornknöpfe oder Lederknöpfe unterstreichen den sportlichen Charakter. Bei Hosen wird die Saumweite etwas grosszügiger gewählt, weil Cord mehr Volumen hat als Kammgarn. Die Farbpalette reicht von Braun, Oliv und Rost über Flaschengrün bis Dunkelblau und Creme.

Pflege und Kombinieren

Cord bürsten Sie nach dem Tragen mit einer weichen Bürste in Richtung des Strichs. Gebügelt wird von links oder mit Dampf aus etwas Abstand, nie mit Druck auf die Rippen, sonst glänzen sie und werden flach. An Knien und Gesäss reibt sich der Flor mit der Zeit ab, was zum Charakter gehört.

Ein Cordsakko passt zu Flanellhosen, Chinos und dunklen Jeans. Als ganzer Anzug in Braun oder Oliv ist Cord ein Begleiter für Wochenenden auf dem Land und Herbsthochzeiten in rustikalem Rahmen. Dazu ein Oxford- oder Flanellhemd, eine Strick- oder Wollkrawatte und braune Derbys oder Stiefel.

Häufige Fragen zu «Cord»

Ist Cord für einen Anzug geeignet?

Ja, vor allem Mittelcord mit 10 bis 12 Rippen und über 300 Gramm pro Laufmeter. Ein Cordanzug ist allerdings ein Freizeit- und Landanzug, kein Business-Anzug.

Wie bügelt man Cord?

Von links bei mittlerer Temperatur oder nur mit Dampf aus Abstand. Druck auf der rechten Seite drückt die Rippen platt.

Was ist Babycord?

Babycord oder Feincord ist Cord mit sehr feinen Rippen, meist 16 bis 21 pro Zoll. Er wirkt glatt und samtig und eignet sich für Hemden und leichte Hosen.

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