Sakkolänge
Auch: Jackettlänge · Rückenlänge Sakko · Jacket Length
Die richtige Sakkolänge bedeckt das Gesäss vollständig und endet bei locker hängenden Armen ungefähr auf Höhe der Daumenmitte. Gemessen wird am Rücken von der Kragennaht bis zum Saum. Als Richtwert entspricht das etwa der halben Strecke vom Kragen bis zum Boden.

Die Faustregeln
Drei einfache Prüfungen helfen. Erstens: Das Sakko bedeckt das Gesäss, von hinten sieht man den Übergang zur Hose nicht. Zweitens: Bei hängenden Armen liegt der Saum etwa auf Höhe der Daumenmitte, oder Sie können den Saum mit leicht gekrümmten Fingern umfassen. Drittens: Die Rückenlänge von der Kragennaht bis zum Saum entspricht ungefähr der Hälfte der Strecke von der Kragennaht bis zum Boden.
Bei einem Mann von 1,80 Metern ergibt das meist eine Rückenlänge von rund 76 bis 78 Zentimetern. Lange Arme verfälschen die Daumenregel, darum lohnt es sich, mehrere Regeln gleichzeitig anzuwenden.
Zu kurz oder zu lang
Ein zu kurzes Sakko lässt die Beine länger, den Oberkörper aber gedrungen wirken, und beim Bücken zeigt sich der Hosenbund. Seit einigen Jahren sind sehr kurze Sakkos verbreitet, die nur bis zur Mitte des Gesässes reichen. Sie wirken jugendlich, aber selten elegant und brechen die Linie von Kopf bis Fuss.
Ein zu langes Sakko verkürzt die Beine und erinnert an einen Mantel. Das betrifft vor allem kleinere Männer, die in Konfektion eine Grösse über ihrer eigentlichen tragen. Die Länge lässt sich nachträglich kaum ändern, weil Taschen, Knöpfe und Rückenschlitze in festen Abständen zum Saum sitzen. Ein Kürzen um mehr als 1 bis 2 Zentimeter verschiebt die Proportionen sichtbar.
Länge nach Sakkotyp
Die richtige Länge hängt auch vom Schnitt ab. Zweireiher dürfen eher etwas länger sein, weil die Knopfreihe tiefer liegt und eine längere Front verlangt. Beim Smoking und Dinner Jacket ist die klassische Länge Pflicht, kurze Varianten wirken hier deplatziert.
Sportsakkos und Sakkos aus Leinen oder Cord können etwa 1 bis 2 Zentimeter kürzer ausfallen, weil sie lockerer getragen werden. Der Cutaway folgt eigenen Regeln: Vorne endet er an der Taille, hinten reichen die Schösse bis zur Kniekehle. Bei einem Dreiteiler muss das Sakko lang genug sein, um den Westensaum zu decken, damit zwischen Weste und Hosenbund kein Hemd hervorblitzt.
Sakkolänge beim Massanzug
Beim Massanzug wird die Länge nicht aus einer Grösse übernommen, sondern aus Körpergrösse, Rückenlänge, Gesäss und Armlänge abgeleitet. Bei The Sartorialist gehören diese Werte zu den über 30 Messparametern. Zusätzlich wird die Vorderlänge separat bestimmt: Bei einem Bauch oder einer stolzen Brust braucht das Vorderteil einige Zentimeter mehr, damit der Saum vorne und hinten auf gleicher Höhe liegt.
In der Beratung, die 60 bis 90 Minuten dauert und kostenlos ist, wird die Wunschlänge mit Ihnen abgestimmt. Wer etwas moderner auftreten möchte, kann einen Zentimeter kürzer wählen, ohne die Gesässregel zu verletzen. Der fertige Anzug ist nach 20 Arbeitstagen abholbereit.
Häufige Fragen zu «Sakkolänge»
Wie lang sollte ein Sakko sein?
Es sollte das Gesäss vollständig bedecken und bei hängenden Armen etwa auf Höhe der Daumenmitte enden. Bei 1,80 Metern Körpergrösse sind das meist 76 bis 78 Zentimeter Rückenlänge.
Kann man ein Sakko kürzen lassen?
Nur um 1 bis 2 Zentimeter, sonst stimmen die Abstände von Taschen und Knöpfen zum Saum nicht mehr. Bei Rückenschlitzen wird es zusätzlich aufwendig.
Sind kurze Sakkos noch modern?
Der Trend zu sehr kurzen Sakkos hat sich abgeschwächt. Aktuell werden wieder Längen getragen, die das Gesäss bedecken, was zeitloser und eleganter wirkt.






