White Tie
Auch: Dresscode White Tie · Frackzwang · Cravate blanche
White Tie ist der formellste Dresscode für Abendanlässe und verlangt von Herren einen Frack mit weisser Fliege und weisser Weste. Er wird nur noch bei wenigen Anlässen vorgeschrieben, etwa bei Staatsbanketten, Opernbällen oder der Nobelpreisverleihung. Auf deutschen Einladungen steht dafür auch «Frack» oder «Frackzwang».

Was White Tie auf der Einladung bedeutet
Der Begriff stammt aus dem Englischen und bezeichnet den Dresscode über die Farbe der Fliege: weiss beim Frack, schwarz beim Smoking. Steht «White Tie» auf einer Einladung, ist der Frack Pflicht. Ein Smoking ist dann keine Alternative, sondern ein klarer Verstoss.
Im 19. Jahrhundert war der Frack die übliche Abendkleidung jedes Herrn aus besserem Haus. Mit dem Aufkommen des Smokings wurde er ab den 1920er Jahren schrittweise auf die feierlichsten Anlässe zurückgedrängt. Heute begegnet man White Tie fast nur noch bei Staatsbesuchen, einigen traditionsreichen Bällen, akademischen Feiern und königlichen Hochzeiten. Für Damen bedeutet White Tie ein bodenlanges Abendkleid, oft mit langen Handschuhen.
Die Bestandteile für Herren
Zum White-Tie-Outfit gehören: der schwarze oder mitternachtsblaue Frack mit seidenbelegtem Revers, eine Hose aus demselben Stoff mit zwei schmalen Galonstreifen an der Seitennaht, eine weisse Weste aus Baumwollpiqué, ein weisses Frackhemd mit gestärkter Brust, Stehkragen mit Ecken und einfachen Manschetten, die mit Manschettenknöpfen geschlossen werden.
Dazu kommen eine selbstgebundene weisse Fliege aus Piqué, schwarze Seidenstrümpfe und Lackschuhe, klassisch als Pumps oder Oxford. Die Weste darf vorne nicht unter dem Frack hervorschauen; das ist das häufigste sichtbare Detail eines schlecht abgestimmten Fracks. Ein Einstecktuch aus weissem Leinen ist möglich, eine Armbanduhr dagegen wird traditionell weggelassen oder durch eine Taschenuhr ersetzt.
Orden, Mantel und Accessoires
White Tie ist der Dresscode, bei dem Orden und Ehrenzeichen getragen werden, sofern die Einladung «Orden» oder «Decorations» vermerkt. Kleine Ordensspangen werden am linken Revers, grosse Ordenszeichen nach festgelegter Rangfolge getragen. In der Schweiz spielt dies kaum eine Rolle, bei Anlässen im Ausland aber durchaus.
Über dem Frack trägt man einen dunklen Mantel, klassisch einen Chesterfield aus schwarzem oder dunkelblauem Wolltuch, dazu einen weissen Seidenschal. Handschuhe aus weissem oder grauem Leder sind auf dem Weg üblich, werden im Saal aber abgelegt. Ein Zylinder ist heute nur noch bei sehr traditionellen Anlässen zu sehen, gehört aber historisch zum vollständigen Abendanzug.
White Tie und Black Tie im Vergleich
Black Tie ist eine Stufe weniger formell und heute der übliche Dresscode für Galas, Bälle und Abendhochzeiten. Der Smoking hat vorne eine geschlossene Jacke ohne Schösse, dazu gehören eine schwarze Fliege, Kummerbund oder Abendweste und ein Hemd mit Umlegekragen.
Die Unterschiede beim White Tie sind deutlich: die Jacke mit den Schössen, die weisse statt schwarzer Fliege, die weisse Piqué-Weste, der steife Stehkragen und zwei statt einem Galonstreifen an der Hose. Wer zwischen beiden unsicher ist, kann sich an der Uhrzeit nicht orientieren, denn beide sind Abenddresscodes. Massgebend ist allein die Angabe auf der Einladung. Steht nur «Abendkleidung», ist im deutschsprachigen Raum meist Black Tie gemeint.
Häufige Fragen zu «White Tie»
Was ist der Unterschied zwischen White Tie und Black Tie?
White Tie verlangt einen Frack mit weisser Fliege und weisser Weste, Black Tie einen Smoking mit schwarzer Fliege. White Tie ist die formellere Stufe und heute nur noch bei wenigen Anlässen vorgeschrieben.
Kann man bei White Tie einen Smoking tragen?
Nein. White Tie schreibt den Frack ausdrücklich vor. Wer im Smoking erscheint, ist sichtbar falsch gekleidet, auch wenn er eine weisse Fliege trägt.
Trägt man bei White Tie eine Armbanduhr?
Traditionell nicht, da man bei einem solchen Anlass nicht auf die Zeit achten soll. Wer eine Uhr tragen möchte, wählt eine flache, schlichte Uhr oder eine Taschenuhr an der Weste.






