Unterkragen
Auch: Kragenfilz · Undercollar · Unterkragenfilz
Der Unterkragen ist die untere, dem Hals zugewandte Lage des Sakkokragens. Er besteht meist aus einem dichten Wollfilz, seltener aus dem Oberstoff, und gibt dem Kragen Form und Halt. Er sorgt dafür, dass der Kragen eng am Hals anliegt und sich sauber über die Schultern legt.

Aufbau des Sakkokragens
Der Kragen eines Sakkos besteht aus mehreren Lagen. Aussen liegt der Oberkragen aus dem Anzugstoff, der beim Tragen sichtbar ist. Darunter folgt eine Einlage, und zum Hals hin schliesst der Unterkragen ab. Er ist nur sichtbar, wenn der Kragen hochgeschlagen wird.
Der Unterkragen ist schräg zum Fadenlauf zugeschnitten, im sogenannten Schrägschnitt. Dadurch ist er dehnbar und lässt sich mit Dampf und Bügeleisen in eine gewölbte Form bringen. Diese Wölbung macht den Kragen dreidimensional, sodass er sich um den Nacken legt, statt flach abzustehen. Am Übergang zum Revers bildet der Kragen die Kragenkerbe, deren Form das Gesamtbild des Sakkos stark prägt.
Filz oder Oberstoff
Bei den meisten hochwertigen Sakkos besteht der Unterkragen aus Kragenfilz, einem dichten, gewalkten Wollstoff, auch Melton genannt. Filz franst nicht aus, lässt sich gut formen und ist so robust, dass die Kanten offen bleiben können. Seine Farbe wird passend zum Oberstoff gewählt, gelegentlich bewusst als Kontrast, etwa ein dunkelroter Filz unter einem grauen Kragen.
In der klassischen Massschneiderei wird der Unterkragen teilweise aus dem Oberstoff geschnitten und von Hand mit der Einlage pikiert, also mit vielen kleinen Stichen verbunden. Das gibt eine weichere Rundung, ist aber aufwendiger. Bei Konfektion kommen einfache, oft verklebte Unterkragen zum Einsatz, die mit der Zeit an Spannkraft verlieren und den Kragen flach werden lassen.
Wenn der Kragen absteht
Einer der häufigsten Passformfehler an Sakkos ist ein Kragen, der hinten vom Hemdkragen absteht. Zwischen Sakko und Hemd entsteht dann eine Lücke, durch die man von der Seite den Hemdkragen weit sieht. Ursachen sind eine aufrechte oder nach vorn geneigte Haltung, ein kräftiger Nacken oder ein Unterkragen, der zu lang ist.
Die Korrektur erfolgt meist am Unterkragen und an der Nackennaht. Der Schneider kürzt den Kragen in der Mitte um einige Millimeter, setzt ihn neu an und formt ihn mit Dampf nach. Umgekehrt kann ein zu kurzer Kragen hinten Querfalten unter dem Kragen verursachen. Beim Massanzug werden Körperhaltung und Nackenform beim Massnehmen erfasst, damit der Kragen von Anfang an anliegt.
Pflege und Lebensdauer
Der Unterkragen kommt täglich mit Haut und Haar in Kontakt und wird deshalb schneller schmutzig als andere Teile des Sakkos. Hautfett und Haarpflegemittel setzen sich im Filz fest und sind nach Monaten als dunkler Rand sichtbar. Regelmässiges Ausbürsten nach dem Tragen, mit einer weichen Bürste gegen die Florrichtung des Filzes, hilft.
Leichte Verschmutzungen lassen sich mit einem feuchten Tuch und etwas Wollwaschmittel punktuell entfernen. Bei stärkeren Flecken ist eine fachgerechte Reinigung sinnvoll. Ein abgenutzter Unterkragen kann bei hochwertigen Sakkos von einem Schneider ersetzt werden, was die Lebensdauer des Sakkos um Jahre verlängert. Wer den Kragen im Winter oft hochschlägt, sollte bei der Filzfarbe darauf achten, dass sie dann gut aussieht.
Häufige Fragen zu «Unterkragen»
Woraus besteht der Unterkragen eines Sakkos?
Meist aus Kragenfilz, einem dichten, gewalkten Wollstoff, der nicht ausfranst und sich gut formen lässt. In der traditionellen Massschneiderei wird er teilweise aus dem Oberstoff gefertigt und von Hand pikiert.
Warum steht mein Sakkokragen ab?
Häufig wegen einer aufrechten Haltung, eines kräftigen Nackens oder eines zu langen Kragens. Ein Schneider kann den Kragen an der Nackennaht kürzen und neu formen, damit er wieder am Hals anliegt.
Kann man den Unterkragen ersetzen?
Ja, ein erfahrener Schneider kann einen abgenutzten oder verschmutzten Unterkragen erneuern. Das lohnt sich vor allem bei hochwertigen Sakkos, die sonst noch in gutem Zustand sind.






